GrünKraftBrösel zur Wintersonnenwende 09
Hallo –
& dann war plötzlich Winter…
Im Guardian war dieser Tage eine Seite zu lesen, in der festgestellt wurde, daß der (mein) Jahrgang der ‘48er jener sei, der es im Laufe der Weltgeschichte am Besten gehabt habe. Da vermag ich nicht zu widersprechen.
So feierten wir Ende November, wie seit den frühen 70ern, ThanxGiving; der einzige Tag im Jahr, an dem ich bestimmt keine Büroarbeit mache. Wobei der Truthahn, ein echter Löhrbäscher, wechselweise von Nadina & mir gekillt wird.
Seit gut 20 Jahren AppleUser, schenkte mir ein gutmeinender langjähriger Mitarbeiter ein neues Laptop. Gemeine Bedingung: kein Apple. Das steht nun seit Wochen, ja, Monaten hier, drei, vier befugte Leute haben sich versucht das Teil anzuschließen, bis schließlich der Netzzugang durch Verschlimmbesserungen auf allen Geräten streikte und ich nun erstmal wieder traditionell Mac-ce.
Dieser Tage gab es neue Infos über zwei ehemalige GrünZweigAutoren:
Im Dezember-Rolling Stone ein längerer Beitrag von Frank Schäfer über Helmut Salzinger.
Und unter www.paulwilliams.com findet sich die traurige Geschichte meines Lieblings-Rockschreibers, Paul. Vor 14 Jahren erlitt er einen Fahrradunfall – mit Spätfolgen. Er lebt heute dement in einem Pflegeheim. Auf jener Netzseite bloggt seine Frau Cindy Lee Berryhill über seine Entwicklung.
Obwohl eine Rezension noch aussteht, gab es – trotz wieder einmal zu vielen Tipfehlern, sorry – doch schon erfreuliches Feedback auf mein Sterbe-Buch (Friede sei mit mir – & Dir; Selber sterben statt gestorben werden).
Der renommierte Bestatter Fritz Roth schrieb… „Vielen Dank für die Zusendung Ihres Buches, ich habe mich sehr darüber gefreut. Den Tod und das Leben wieder selber in die Hand zu nehmen ist ja ein Anliegen unseres Hauses und unserer Arbeit. Deshalb paßt Ihr Buch ganz in unsere Philosophie. Wir werden es in unsere Hausbibliothek aufnehmen, damit es allen Interessierten zugänglich ist.“
Ronald Steckel: „das ist ein text, der längst fällig war! BIG compliments!“
Und der Chef von Dignitas Deutschland meinte telemündlich: „Großartig! Ich habe laut lachen müssen!“ Er wirds weiterreichen und will es im ‘Humanist’ besprechen.
Frage: sollte ich bei einer möglichen (korrigierten!) Neuauflage den Titel in ‘Das Sterbe-Buch’ ändern?
Dank der Synergia-Crew waren wir dieses Jahr auch wieder auf der Buchmesse in Frankfurt vertreten. Am MesseSonntag schwänzte ich jedoch Frankfurt, und fuhr (was für eine schöne Herbstfahrt mit dem Zug!) nach Nürnberg, zur Messe ‘Haare 2009’ – Recherche für mein nächstes Buch über – HAARE. Erschreckend, wie wenig Antworten die Aussteller vor Ort auf meine Fragen über Haare wußten. Kein Friseur war gewillt, meinen KopfFilz als echt zu akzeptieren.
Ich bin mal wieder erstaunt, wieviel Interessantes es zu diesem Thema gibt, wie viel ich lerne und wo ich mich empöre. Wußtest Du, daß ganze 3% aller AfroAmerikanerinnen ihre natürlichen Haare tragen/zeigen – d.h. 97% haben diese geglättet oder durch Extensions etc ersetzt. Der Grund: mit ihrem Echthaar könnte man sie ja für Black-Power-Aktivistinnen halten. Der kurze Gedanke „Was könnte Michelle Obama da in Gang setzen, wenn sie einen Afro trüge?“ wurde dann gleich von dem Schluß abgelöst, daß der heutige Präsident der USA diesen seinen Job nie erlangt hätte, so seine Frau ihre natürlichen Haare zeigen würde.
Die Recherche zum Buch ist weitgehend abgeschlossen, nur weiß ich noch nie, wann ich wo die Muße haben werde, um es fertig zu schreiben.
Also bleibt noch Zeit für weiterführende Tips & Hinweise. Danke.
Dieser Tage gabs/gibts einige Jubiläen zu feiern, if you wonna:
• Vor 20 Jahren erschien das epochale Werk von Jean Trouillet und mir: WeltBeat. Wenige Grüne Zweige hatten so eine Wirkung – obwohl das Buch im LP-Format als Produkt versagte und heute noch ein Großteil der 1. Auflage in der Löhrbäscher Scheune lagert. Die Zeitschrift Folker brachte im Oktober ein paar Seiten über WeltBeat.
• Vor 30 Jahren erschien mein publizistisches Lieblingskind, das HUMUS-Magazin. Erstaunlich, was es damals Aktuelles zu lesen gab – das heute noch Sinn macht (naja, einiges, bestimmt nicht alles!). Aus Platzmangel liegen die Kisten mit den Restvorräten von HUMUS & Vorgänger KOMPOST unter Plastikplanen gestapelt vor der Alten Schmiede. Ulrich Holbein meinte, die dürfe ich nicht einfach eliminieren. Also biete ich sie Dir hier & heute an: 2kg HUMUS & Kompost = 15 € inkl. Porto. Am schnellsten gehts, wenn Du mir den Betrag in Scheinen oder Briefmarken im Umschlag schickst …
• Bin dieser Tage seit 40 Jahre Mofa-Fahrer.
• Seit Jahren ist mein deutschsprachiges Mark-Twain-in-Heidelberg-Buch vergriffen – während die englischsprachige Ausgabe seit Jahren einer der relativen Renner des Verlages ist. Am 21. April nun jährt sich Twains Todestag zum 100x. Ein weiterer Grund, das Buch endlich wieder neu aufzulegen.
Vorher gibt es eine Neuauflage meines Helen Keller Buches.
Letzte Woche kam die 3. Auflage von Kullas Entschwörungstheorien aus dem Druck. Daniel Kulla wird auch beim diesjährigen Chaos Computer Congress in Berlin, zwischen den ‘Feiertagen’, einen grünkräftigen Bücherstand aufbauen & präsent sein.
Hast Du Dir mal die täglichen Daten auf unserer Website angeschaut? Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Grünen Zweiges 51: dem Immerwährenden Kalender. Korrekturen & Ergänzungen sind jederzeit willkommen.
Ich hoffe, daß es diese Datensammlung auch eines Tages als Taschenkalender gibt.
Der nächster GrünZweig wird leider nur im Abo, in limitierte Auflage angeboten.
Solltest Du zu jenen gehören, die dieser Tage oder Wochen ein Geschenke suchen, so empfehle ich den grandiosen REGENBOGEN KATALOG (aus der Schweiz). Ein RegenbogenRausch von 336 bunteste Seiten im Großformat 23 × 30 cm, mit über 700 Bildern und entsprechend schillernden Texten und Projekten. Nur noch 33,00 €
Abschließend mein aktueller Lesetip für jeden, der sich für die Geschichte der heutigen Rockmusik etc. interessiert. Jahre sammelte ich Infos für mein Projekt ‘Rhythm-Transfer’ – ich wollte der Frage nachgehen, welche afrikanischen Rhythmen wann & wie wohin in die Americas kam und dort mit Hilfe welcher anderer Rhythmen zu welchen Musikstilen mutierte – von Salsa über Blues & Reggae etc.. Diese umfangreiche Sammlung stoße ich nun ab, denn Ned Sublette hat ein Buch zum Thema geschrieben, daß so viel besser ist, als ich es jeh könnte; zumal er die ganze Musikgeschichte auch in ihr realpolitisches Umfeld einbettet … Sein Meisterwerk heißt ‘The World that made New Orleans’ (Laurence Hill Books, 2008) – wobei es absolut nicht nur um New Orleans geht. Aber er ist nach James Lee Bourke (‘The tin roof blow down’) der einzige Schreiber der mir untergekommen ist, der die Tragödie von New Orlans in Worte fassen kann. Inzwischen habe ich Kontakt mit Ned Sublette aufgenommen. Sein ‘Kuba’-Buch wird im Koch Vlg. erscheinen.
Und nun freuen wir uns über den Schnee ….
pi
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