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Here comes summer ....

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FrühlingsBröselBlog

Zu folgenden Themen:
1. Golden Oldies: Kompost Hefte & HUMUS-Magazine
2. Neuübersetzung von Mark Twains ‘Schreckliche deutsche Sprache’
3. Aufbau – Abbau
4. Rezensionen
5. Zeitoun
6. Wünsche / Suche

1. In den ersten 10 Jahren der Grünen Kraft waren Grüne Zweige keine Bücher, sondern Hefte. Zusätzlich gab ich in den 70ern das Kompost-Magazin heraus, in den frühen 80ern dann HUMUS. Legenden, von denen ich nun wieder einige ausgegraben habe. Bislang finden sie sich noch etwas versteckt unter Ramsch&Raritäten, und dort: Zeitschriften. Bald werden sie leichter zugänglich sein, und dann auch mit Inhaltsverzeichnissen – denn sie haben es verdient.
Hier ein Angebot an Leser dieser BröselZeilen: für 25 € gibtz 3 HUMUS und 4 Kompost-Hefte, inkl. Porto. Bezahlung von mir aus auch in Briefmarken (bitte schöne), geht am schnellsten.

2. Unter Punkt 3 mehr zum Stand des Konfliktes mit dem Aufbau-Verlag. Eine positive Auswirkung: ich habe dieser Tage (& Nächte) Mark Twains meisterlichen Text ‘Die schreckliche deutsche Sprache’ (lieferbar als ‘Der Grüne Zweig 170’) eigenhändig neu übersetzt, da ich ja die alte Übersetzung von 1949 nicht mehr nutzen darf. Was für eine aufstellende Arbeit! Das habe ich nun wirklich gern erledigt. Die neue Auflage ist später im Juni lieferbar.

3. Fortsetzung des Konfliktes mit dem Aufbau-Verlag wg. Mark Twain.
Ich war sicher, die Twain-Übersetzung in meinem Twain-in-Heidelberg-Buch rechtmäßig zu nutzen, der Aufbau-Verlag attakierte heftig, fordert auch rückwirkend viel Geld und die Vernichtung aller Bücher.
Nach einem heftigen Brief/Mail-Wechsel im März und Anfang April entschuldigte ich mich beim Aufbau-Verlag ob meiner möglichen, jedenfalls unbewußten Verfehlung (nach wie vor ist die rechtliche Lage nicht wirklich geklärt, da der Hanser Verlag sein Archiv umbaut und keine Auskünfte über die Abmachungen Mitte der 80er Jahre geben kann) und überwies dem Verlag zwei Tage vor Twains 100. Todestag die üblichen 2% Übersetzerhonorar, rückwirkend für alle GrünKraftPublikationen der vergangenen zehn Jahre. Doch das Geld kam zurück – schließlich will man dort das 5fache des Betrages, also 10% vom Verkaufspreis und damit mehr, als die meisten Autoren an Honorar erhalten. Aus der abbauenden Antwort: „Sie fangen an, Erbsen zu zählen und maßen sich auch noch an, mit uns zu verhandeln! Mit welchem Recht eigentlich? […] Den Vorgang übergeben wir unseren Anwälten. Wir behalten uns alle rechtlichen schritte vor.“
Laut Original-Schreibweise immerhin nur kleine Schritte
Schade, daß der Aufbau-Justiziar nicht eine meiner Fragen beantwortet hat, z.B. nach der Übersetzerin, sondern kurzerhand die Vernichtung der gesammten Auflage fordert. Kaum war Twains Jubiläums-Trauertag vorbei, hörte ich den ganzen Mai nichts mehr vom Aufbau-Verlag, trotz meiner wiederholten Briefe an den Vorstand, in denen ich um Verständnis, ja, Gnade bat.
Nach wie vor stehen hier nun 1000 Exemplare ‘Mark Twain in Heidelberg’ – und ich traue mich nicht, sie zum Verkauf anzubieten; will ja nix falsch machen. Aber, wie verlangt, die Bücher zu vernichten, schaffe ich auch nicht. Sollte es soweit kommen, zahle ich auch noch die Strafe für ein öffentliches Feuer – dann würde ich sie auf dem Uniplatz in Heidelberg vöffentlich verbrennen.
Wenn schon, denn schon.

4. Die 1. Rezension meines Sterbebuches, aus dem Wiener Standard:
»Der Tod gehört nun einmal zum Leben
Man wird länger gestorben, ohne dass man ein Wörtchen mitzureden hätte”: Egal, wo man dieses wichtige Buch aufschlägt, man stößt auf Sätze, die im besten Sinn zu denken geben. Je länger wir leben bzw. am Leben erhalten werden, umso komplizierter wird unser Sterben. Es ist weggedrängt, aber es passiert trotzdem unweigerlich. Werner Pieper beschäftigt sich undogmatisch und radikal mit den kulturellen, medizinischen und praktischen Fragen nach unser aller Ende. Der Autor und Verleger, Deutschlands wahrscheinlich erster Grüner, hat immer schon die auf uns zukommenden Themen früh erspürt (www.gruene kraft.net). In dem kompakten ‘Friede sei mit mir (& Dir)’ holt er weit aus. Zu den Schrecken des verwalteten Ablebens, den palliativen und Hospiz-Alternativen, den religiösen Riten, aber auch zu Formen des Freitods hat er reiches Material gefunden, in Sozialstatistiken, ethnografischen Quellen, Erlebnisprotokollen und bei Autoren von Dante bis Leary. Ein politisches Traktat nennt Roger Willemsen im Vorwort Piepers Kompendium zu Recht. Es geht um Mündigkeit im Umfeld allgemeiner Entmündigung. Es ist ein Plädoyer gegen das Geschäft mit Demenz und Tod (und für alternative Formen der Pflege und des “Übergangs”). Und es ist eine für uns noch Lebende zunehmend relevante Lektüre.« Michael Freund

Zu Haiti – besser verstehen kamen vermehrt positive Stimmen – vor allem aus Haiti selbst:
H.C. Buch meldet sich: „Vielen Dank für das Haiti-Buch, eine gelungene Mischung aus Politik und Kultur – letztere ist das einzig rundum Positive in Haiti – mit persönlichen Reminiszenzen, Kommentaren etc. Ich komme gerade zurück aus Haiti und bin selbst traumatisiert von dem, was ich dort. Noch eine Bitte: Könnten Sir mir noch 1 oder 2 Ex. des Buches schicken? Ich habe es in Haiti Freunden geschenkt, und die waren sehr angetan davon! Viel Erfolg weiterhin.“

„Werner Pieper widmet dieses Buch den herzlichen Menschen Haitis […] Er unterstellt berechtigt, dass wir im Allgemeinen wenig über jene ‘ehemalige Perle der Antillen und ihre Menschen, den kulturellen Reichtum, die bemerkenswerten Errungenschaften wir wirtschaftlichen, ökologischen, politischen Abgründen der vergangenen 500 Jahre’ wissen. Dass er uns dazu einen tief berührenden Einblick gibt, erfüllt uns mit Dankbarkeit und beschämt und (möglicherweise) zugleich, denn wir haben allzu oft weggeschaut …“ Lebens/t/räume 4/2010 (bislang die einzige Rezension in einer Zeitschrift)

Eugen Pletsch setzt eine Rezension auf seine GolfgagaSeite: „Wer die verlogene Farce der Westerwellt satt hat und einen Zugang zur Menschenwelt sucht, findet in „Haiti besser verstehen“ eine Pforte zu einer anderen Wahrnehmung. Herausgegeben von Werner Piepers „Grüner Kraft“, einem der letzten Bollwerke subversiver Informationskultur jenseits globalisierter Mediengleichschaltung.“

„Momentan bin ich in Port au Prince sitze bei meinen Haitianischen Freunden auf der Terrasse und habe dein Buch soeben fertig gelesen. Ich bin nun zum siebtenmal in diesem Land und schon seit schon über 10 Jahre irgendwie mit dem Land durch verschiedenste Projekte verbunden. In diesen Jahren haben sich Freunschaften entwickelt, es ist mir wichtig die Menschen zu verstehen und ihren Alltag mitzuerleben. Nur so können wir versuchen effizient zu Helfen.
Dein Buch beschreibt die Situation sehr treffend und ich möchte dir dafür danken dass du den Haitianer in seinem Wesen und Sein in Schutz nimmst. Diesen Menschen muss endlich die Gelegenheit gegeben werden sich selbst zu helfen.
Es reicht jedoch nicht nur Schulen zu bauen Ziternen zu errichten oder Mircrocredite zu vergeben,es ist genausowichtig uns aufzuklären über die Missstände in der Welt unser Konsumverhalten zu verändern nur so kann die sogenannte Entwicklungshilfe gelingen,diese fängt bei uns an. Dein Buch ist ein wertvoller Beitrag zu dieser Idee und deswegen meinen Dank für dein Werk.“
Rob Theissen, Präsident der Vereinigung Action Avenir Haiti

5. Eine Leseempfehlung: ZEITOUN von Dave Eggers
Ich Depp lese weitere Absturzgeschichten. Das Buch ZEITOUN von Dave Eggers ist ein grandioses Werk über Hurrcaine Katrina & seine Auswirkungen. Konkret geht es um eine muslimische Familie in New Orleans: sie & die Kinder entkommen rechtzeitig; Zeitoun ist Handwerker, möchte sein Haus und die seiner Kunden beschützen … paddelt tagelang im Kanu durch die Stadt, hilft eingeschlossenen Alten & Hunden, um dann als Taliban-Verdächtigter (was heißt bei den Bullen schon ‘verdächtigt’?) brutalst inhaftiert zu werden. Er findet sich mit 1200 in engen Gitterkäfigen unter blankem Himmel eingefercht wieder – wochenlang ohne die Möglichkeit eines Telefonates. Seine Familie mußte davon ausgehen, daß er tot sei. Und er war kein Einzelfall.
Allein die Beschreibung des Not-Knastes – dessen arbeitsintensive Errichtung in Zeiten, in denen die Erbauer auch zig Menschen aus den Fluter hätten retten können/sollen/müssen – verschlägt einem den Atem & bestätigt alle Vorurteile. Verblüffend auch nochmal, diese menschenverachtenden Parallelen zu wahrer Hilfe und hysterischen Sicherheitsvorkehrungen in Haiti zu sehen. Wo es keine Plünderer gibt, sperrt man Unschuldige ein, führt sie der ausländischen Presse vor und schon sind diese ‘Sicherheitsmaßnahmen’ rückwirkend justifiziert.
Etwas besondres ist auch der SchreibStil des Buches. Kein Roman, keine Doku. Es liest sich wie ein Roman, doch alle Dialoge sind im Original gehalten. Drei Jahre hat der Autor alle Beteiligten genau befragt. Meisterlich.
In einem Interview finde ich ein paar Aussagen vom Autor, die mir inhaltlich vertraut vorkommen, auch wenn ich auf dieser Ebene wahrlich kein Tieftaucher bin, aber es erklärt, warum ich so gerne fastend auf Inseln geschrieben und kein Mobile habe: „Writing is a deep-sea dive. You need hours to get into it: down, down, down. If you’re called back to the surface every couple of minutes by email, you can’t ever get back down. I have a great friend who became a Twitterer and he says he hasn’t writen anything in a year.“

6. Da war noch was, mein somerlicher Wunschzettel: Wenn jemand seinen Plattenspieler nicht mehr braucht … bei meinem kann kein entsprechender Treibriemen aufgetrieben werden, aber ich möchte auch weiterhin LPs hören können. Außerdem suche ich nach wie vor ein gebrauchtes Ciao-Mofa – da diese nicht mehr neu hergestellt werden, mein langjähriges (parkend) von einem Auto zu Schrott gefahren wurde.

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