Sommeranfang 2009
Hallo!
Nach einigem Kraftaufwand ist nun – Dank einiger aktiver Helfer! – der
Umzug unseres Lagers & Vertriebes gestemmt. Die Auslieferung an den Handel
durch Synergia in Darmstadt klappt reibungslos, während ich hier mit dem
Einrichten des Versandbüros für Privatbesteller noch etwas brauche,
setzten doch bei mir zwischenzeitlich einige Körperteile (Schulter durch
Mofa-Unfall, das Kreuz, ein Knie durch zu schwere Lasten) aus oder
streikten. Aber das renkt sich gerade wieder ein.
Vor der nun überfüllten Alten Schmiede stehen immernoch 1,5 Paletten =
über 50 Kartons – gefüllt mit HUMUS-Magazinen und einigen
KOMPOST-Ausgaben. Autoren untersagen mir die Entsorgung und nun warte ich auf Abnehmer. Mehr zum Thema weiter unten.
Denn für mich sind natürlich die Neuerscheinungen spannender. Folgende
werden spätestens bis zur Buchmesse im Oktober vorliegen:
• Werner Pieper: Friede sei mit mir (& Dir) – Selber sterben statt
gestorben werden // Der Grüne Zweig 261, 192 Seiten
• Al Imfeld: Afrika besser verstehen: Warum mußten Afrikas
Befreiunsgbewegungen versagen? Eine Analyse afrikanischer
Unabhängigkeitsbewegungen: vor, während und danach //
Der Grüne Zweig 268, ca 44 Seiten
• Toubab Pippa: ‘Es ist zweifelhaft, ob es überhaupt Feinde gibt!’
Lebensreformer & Visionär Hans Paasche und seine Briefe des Lukanga Mukara //
Der Grüne Zweig 269, ca 84 Seiten
Neben den Neuerscheinungen kam es auch zu einigen Neuauflagen, z.B. von:
Schuldes/Moscher: Phyto-Inhalation (Der Grüne Zweig 218; 4. Auflage)
Daniel Kulla: Entschwörungstheorien (Der Grüne Zweig 254; 3. Auflage)
Als nächstes steht der Nachdruck der beiden schon zu lange vergriffenen Bände
• Werner Pieper – Nazis on Speed, Drogen im 3. Reich
an. Durch große Unterstützung durch absolute media und Maro-Druck wird im Frühherbst ein einbändiger Nachdruck vorliegen.
Micky Remann hat die Aufnahmen seines Tausendfüßler-Märchens – ehemals TransmitterCassette 138 – nun als mp3-CD verfügbar gemacht. Kostet 10€.
Demnächst wird es weitere ehemalig Transmitter-Cassetten auf CD geben,
geplant sind vor allem die Aufnahmen von Timothy Leary, John C. Lilly,
Sergius Golowin, Heathcote Williams u.a.m.
Sehr willkommen als Alternative zur Schreibtischarbeit war dieser Tage das
Konzert der grandiosen Amsterdam Klezmer Band im örtlichen Schloßpark.
Keine Band hat mich in den letzten 12 Monaten wiederholt live so
begeistert we diese. Check ‘em out! Die aktuelle CD ist bei essay rec.
erschienen. Als meistgehörte Klangkonserve dieser Tage füllt Baaba Maals
‘Television’ das hiesige Büro mit traumhaften Klängen.
Am 1. Oktober ist’s 40 Jahre her, daß ich mich als ‘unabhängig’ erklärte
und seit dem habe ich mich den Träumen nach einem Chef nur ab und an
probeweise hingegeben. Zu diesem Thema wird es zur Buchmesse mehr Infos
geben; anfang Oktober auch einen Erzähl-Abend im ‘Hänfling’ zu Mainz
(genaur Termin wird verraten, sobald er fest steht).
Nicht schaffen werde ich es leider zum diesjährigen Auerworld-Festival am
31.Juli bzw 1. und 2. August (www.auerworld-festival.de), was Dich aber
nicht am Besuch desselbigen hindern sollte.
Ich sitze derweil schon wieder an einem neuen Buchprojekt, zu dem ich mich
dann ja doch irgendwie berufen fühle: Haare.
Bitte: wer spezielle Fragen zum Thema hat oder gar noch spezielleres
Wissen über spannende Aspekte unserer Haare: da bin ich ganz Ohr.
Just hatte ich meinen Nachruf auf John Michell geschrieben, verließen
weitere alte Kollegen unsere gemeinsame Realität:
Rock-Schreiber Jörg Gülden starb am 8. 5.;
der kosmische Guru der frühen Guru Guru, Uli Trepte am 21. 5.;
der holländische Poet & Wizzard Simon Vinkenoog am 12. 7.
Gone, but not forgotten.
Hier laufen die Umsätze nach wie vor schleppend, derweil einiges an
Apparaturen nach angemessenen Gebrauchszeiten ihre Geister aufgeben.
Doof, daß es für meinen Plattenspieler kein Treibriemen mehr gibt, also
muß ein Player her; tragisch, daß kein Mofas mehr hergestellt werden. Ich
habe mich in bald 40 Jahren als Mofafahrer so an diese Teile gewöhnt, daß
ein zeitgemäßes Umsatteln auf Roller keine Alternative zu sein scheint.
Doch mein Mofa ist nun so alt & rostig, daß sich letzthin durch
materialbedingte Probleme das Vorderrad blockierte und ich in einem
gelungenen Bogen (leider ohne Zeugen) nach 39 Jahren und 7 Monaten
Unfallfreiheit wg. dem Flug über den Lenker mit folgendem Kontakt der
linken Schulter mit Mutter Erde seit Wochen nicht mehr auf selbiger
schlafen kann.
Die größten laufenden Kosten verursachten derweil die permanenten
Reparaturen an Nadinas altersschwachem Auto, daß baldmöglichst durch ein anders ersetzt werden sollte.
In Jahren noch nicht älter, aber doch in ihrer Welt sind meine 8 Jahre
alten Macs. Nach dem Absturz des Mailprogrammes haben sich fähige Jungs
daran gemacht, die Teile zu updaten – aber dann gaben sie frustriert auf.
Also bräuchte ich dringend ein fähiges Notebook … Das war das, lieber
Weihnachtsmann bzw liebe Weihnachtsfrau – falls Du nicht bis zum
Weihnachtsstreß warten möchtest: ich bin allzeit beglückbar.
Beste Grüße zum Sommeranfang
pi
HUMUS –
Die Zeitschrift für Herz, Hand & Hirn
Die Zeitschrift HUMUS war vor rund 30 Jahren der Nachfolger des
KOMPOST-Magazin. Letzteres entwickelte sich anfangs dr 70er aus meinen
Rumtreibereien als Dealer. Überall traf man neue Leute mit eigenen Ideen,
die teils auch umgesetzt wurden. Was fehlte war ein Mitteilungsblatt für
diese Mitglieder eines noch unbenannten und unbewußten Netzwerkes.
Im KOMPOST konnte jeder ungebremst bzw unzensiert schreiben – Form &
Sprache waren kein Hindernis. Anzeigen durften nur von Abonnenten
aufgegeben werden. Ich hielt mich inhaltlich weitgehend draußen – was mir
bis heute bei einigen irrtümlich den Ruf eines Landkommunarden o.ä.
eingebracht hat.
Nachdem ich 1978 ein Jahr Verlegerpause eingelegt hatte – nach 7 Jahren
Grüner Zweige wollte ich rausfinden, ob dies wirklich das war, was ich
machen wollte. So fuhr ich z. B. mit dem Mofa für 3 Monate nach England
ab, übersetzte (Rotwang!) und half in der Lämmer-Zeit bei einem Bio-Farmer
etc. U.a. nahm ich Zeitungsjunkie mir in der Zeit (erfolgreich) vor, die
regelmäßige Lektüre der ZEIT und des SPIEGELS, für die ich jede Woche
mehrere Stunden Lebenszeit hergab, zu stoppen. Ich ertappte mich noch
wiederholt, wie ich mit dem Mofa zur International Press in der
Victoria-Station fuhr, um mir zumindest das Inhaltsverzeichnis anzuschauen – und kaufte mir englische Zeitungen. Hart wurde es, als die englischen
Drucker streikten (und es nur noch die Financial Times gab). Doch der
Entzug klappte – ich habe nie wieder eine der beiden Zeitschriften gekauft
(außer, es stand was über die Grüne Kraft drin). Bin bis heute
Guardian-Leser.
Danach wußte ich: Ja, Schriften erstellen und verteilen, das issses. Aber
nun wollte ich eine Zeitschrift machen, die ich selber gerne lesen würde.
Das wurde das HUMUS-Magazin, laut den Kollegen vom Pflasterstrand-Magazin
„…die beste alternativ/grüne/spirituelle/no-wave-Zeitschrift
Deutschlands.“
Das erste Cover stammte noch von Gerd Baumann. Leider überwarfen wir uns
kurz drauf. Die Sterne auf dem 2. Heft (= Nr. 3) bastelte ich selber: das
erste mir bekannte Foto einer kreisförmigen Demo bei uns, umrahmt von
abfotografierte LSD-Trips. Ich ließ in jener Zeit auch 1000 spezielle
anfertigen: diese wurden mit unserm Herz, Hand & Hirn-Logo bedruckt und
die gab es dann für Humus-Autoren als Honorar – 10 Trips pro längeren
Artikel.
Wolfgang Neuss traute dem Braten nicht, ließ erst seinen Mundschenk zwei
schlucken. Als dieser dann nach einiger Zeit sichtlich überzeugt war,
durfte ich mit dem Interview, das Neussi nach Jahren der medialen
Abwesendheit wieder für einen grandiosen Endpsurt zurück auf die
Medienlandkarte brachte, anfangen… Dank nochmal an alle
Überzeugungstäter, die damals dieses Spiel mitspielten.
Es folgt ein kleiner Inhalts-Überblick jener Hefte, von denen hier noch zu
viele lagern. Zu viele? 50 volle DIN A 4-Kartons stehen von Plastikplanen
eingehüllt vor der Schmiede und warten auf Interessenten. Die Frage ist:
Was damit tun? Als Päckl an vor 30 Jahren Geborene verschenken? Die Hefte
unauffällig im Lieblings-Café rumliegen lassen?
Lagern? Verschenken? Verteilen? – Alles OK – aber wer und wo und wem?
Das sei nur gefragt, bevor ich mir mein schändliches Verhalten vorwerfen
lassen muß, daß ich sie zum Altpapier gegeben habe. Wie letzthin die 2,7 t
Bücher aus der Bibliothek ihres Vaters, für die wir keine Interessenten
fanden … sich aber hinterher einige Köpfe verständnislos schüttelten …
SPIELREGELN
Variante 1: 2kg HUMUS gegen einen 20€-Schein im Brief – oder Zahlung nach
Erhalt, wenn Du die Hefte durchgeblättert hast, weißt Du ja (eventuell),
was sie Dir wert sind. Dieses Spiel habe ich ja schon bei den ersten
Grünen Zweigen gespielt und damals war es ein großes Problem – denn
niemand konnte einschätzen, was Informationen für ihn für einen Wert
haben.
2. 4 × 5 Hefte für 50 € im Brief
3. 4 Kartons voller Hefte = bei Selbstabholung = 1 x für alle
Vollmondgäste kochen
4. Eigener Deal-Vorschlag?
Hauptsache, das Zeug kommt hier weg und wird gelesen.
Inhalte
Nr. 1/2
Gerd Baumanns LimusinenCover
Freistaat Frestonia • Craig Carpenter: Big Foot • Hopi • Die Gemstone Akte
• Nikolai Tesla • Hippie Zigeuner in Irland • Natürliche Geburt bei den
Tibetern • Astro-Carto-Graphy • LSD: Wer kickte wen • Was ist, was
bedeutet Ascona? • Mein Leben ist immer geistige Revolutionsarbeit gewesen – das Herrmann Wirth Interview • Postkarten mit Scheuermanns Samoa Fotos •
Beilage: Kleiner Kompost
Nr. 3
Sternecover (Durckvorlage = LSD Trips)
Heinz Pfeifer: Die Fädenzieher • Vom Homo Sapiens zum Homo Mutantus – DNS
Schädigungen • Sergoius Golowin: Ich glaube, ich bin ein Nebensatz der
Natur • Astropollution – Abfälle im All (heute zunehmend ein Thema) •
Verstehste? Das große Wolfgang Neuss-Interview • Rotwang • Vom Mythos der
Geisteskrankheit: G’vner Jerry Brown im Gespräch mit Thomas Szasz • Die
wunderliche Reise des Cabeza de Vaca
Nr. 4
Walter Hartmann Cover
Nils Udo Fotos • Pflanzenpatente & Das Samengeschäft • Der Schwarzmarkt
1945 • Das 1. Human Be-In – Die Rädelsführer 12 Jahre später • Paul
Bowles: Allal plus Interview • Die freakliche Ausbeutung der 3. Welt • Die
I. G. Farben • Rolf Brück • Ullcus Molle • Tim Leary • Ronald Steckel
Nr. 5
Raumschiff Erde Cover
Leben nach dem Überleben • NeuroComics • Ich töte Bruder Tier • Wer liest
welche Zeitschriften? Antworten von u.a.: W. Burroughs, W. Fabricius,
Dieter Duhm, Hermann Kahn, Ursula LeGuin, Gary Snyder, Rolf Schwendter,
Fritz Teufel u.v.a.m. • Ihr bewegt falsch – Ahmad Khammas portraitiert
Viktor Schauberger
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