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SchneeBrösel 2010/11

1. Twain/Aufbau Vlg./Konflikt ff.
Zum 1.1. werde ich wohl notgedrungen Mitglied im Börsenverein des dt. Buchhandels. Ich habe mich Jahrzehnte erfolgreich davor gedrückt, irgendwo Mitglied zu werden (1 Ausnahme: die VG WORT), aber Mark Twain, besser seine deutschen Übersetzungs-Rechtsnachfolger (wahrscheinlich) treiben mich dazu.
Ich hatte das Problem schonmal erwähnt, doch es war eingeschlafen und ich Depp hab die pennenden ??? wieder geweckt … ich bin für klare Verhältnisse und wollte zum Jahresende Offenes abschließen. Doch der Kontakt mit dem Aufbau-Verlag ist ein besonderer: weder ihr Justiziar noch einer der drei Vorstände war trotz wiederholter Versuche in der Lage bzw gewillt, eine meiner Fragen zu beantworten – es war kein Dialog möglich. Statt dessen Unterstellungen und Drohungen und Androhung einer Schadensersatzklage. So was hatte ich in 39 Jahren Grüner Zweige noch nicht.

Als ich in den 80er Jahren mehrere Bücher für andere Verlage übersetzte, bekam ich meist 1 oder 1,5 Pfennig pro Anschlag – das wars.
Als ich in jener Zeit für den damals existierenden Grubhofer-Verlag das “Mark Twain in Heidelberg”-Buch herausgab, hatte er die Übersetzungsrechte vom Hanser Verlag gekauft und als ich in den 90ern das Buch von Grubhofer übernahm und später nachdrucken ließ, hatte ich wohl Zweierlei nicht bedacht:
a. fielen selbige Übersetzungsrechte – unbewiesen, laut deren Angaben – 1989 an den Aufbau-Verlag.
b. vor einigen Jahren wurde, unbemerkt von dem Übersetzer wie Verleger in mir, eine neue Regelung eingeführt, daß Übersetzer auch bei Neuauflagen berücksichtigt werden können. Der normale Satz: 1,5% bis 2% vom Nettoverkaufspreis. Ich hatte Aufbau im Mai 2% für alle Texte der vergangenen 10 Jahre geschickt – doch diese verweigerten die Annahme.
c. Nun fordert Aufbau 10% für alle deutschsprachigen Twain-Titel, rückwirkend für 20 Jahre – ohne einen Beleg dafür zu erbringen, daß sie diese Rechte wirklich auch haben. Hanser kann keine Auskunft geben, da sie ihr Archiv umbauen. Mit Grubhofer hatte ich 1995 nichts Schriftliches vereinbart, ihnen 5000 DM ‘für Alles’.

Auf Nachfrage bestätigte die Rechtsabteilung des Börsenvereins, daß bei Übersetzungen verstorbener Autoren der Übersetzer manchmal durchaus 10%, also das komplette Honorar, bekommt. Doch dann wurde jener nette Rechtsmensch plötzlich sehr böse am Telefon, unterstellte mir eine ‘illegale Leistungserschleichung’ – der Börsenverein sei nur für Mitglieder da, und nicht für jedermann. Ein Mißverständnis, ich habe nie vorgegeben, Mitglied zu sein und konnte beschwichtigen.
Nun stelle ich aber einen Aufnahmeantrag, da ich, wenn ich auch akzeptiert werde, zwar wohl noch 10% zahlen muß, aber nur rückwirkend für 10 Jahre und ohne zusätzliche Schadensersatzforderungen, I hope. Macht über den Daumen gepeilt zwei bis drei derzeitige Monatsumsätze (nicht Gewinne!), also wird sich dann die Herausgabe neuer Bücher etwas verzögern.

Leider wird Tom Ruddocks wohlgemeinter Vorschlag aus den USA hier keine Rechtsgültigkeit erlangen: “i’ve been thinking about you and the (large print giveth and the small print taketh away) assholes over your copywrong issues. what if i were to send a letter proclaiming Samuel C Mark Twain’s work as a perticular US American National Treasure, protected by my heritage and that as a US citizen I permit you to translate and publish this property as it constitutes a vital part of our countries German American Friendship. sounds like a long shot, but i wouldn’t mind telling your german publishers that i consider Mark Twain’s writing to be more mine than theirs.”

2. Wolfgang Neuss.
Zum Geburtstag von den Fans gefeiert, wurden u.v.a. die Steckel/Neuss Mauer-Aufnahmen hier zum Download gepostet
Die CD, Der Grüne Zweig 244, wird in Bälde leider vergriffen sein. Und angesichts der derzeitigen Situation gibt es leider keinen Etat für eine Neuauflage.

3. Al Imfeld
hatte Geburtstag, seinen 75. Warum er mir einer meiner liebsten Autoren ist, wird mancher in diesem Interview erkennen
Dort kein Thema, was die Woz zu seinem 60. Geburtstag thematisiert hatte: “1946 war sein Vater der erste Bauer, der Sandoz ein Feld zur Verfügung stellte, um Roggen anzupflanzen, der Roggen wurde geimpft, daraus gab’s Mutterkorn; und aus Mutterkorn wird LSD.”

4. Freund Wau
erfuhr dieser Tage ein Erwähnung in The Guardian: “But it is still possible to give money to WikiLeaks. This main conduit for donations in Germany’s Wau Holland foundation, a charitable Berlin-registered trust established by a group of now respecable German ex-hackers. The foundation is named after a legendary German computer specialist who founded the Computer Chaos Club and died in 2001.”
Nadina erinnert sich, daß es hier in der Alten Schmiede erste Gespräche über jene Stiftung gab, way back then … als Wau einer von Oonas liebsten Onkels war. Bless him. Und schon wird Kullas Wau-Phrasenprüfer-Buch vermehrt bestellt.
Aus anderer Quelle höre ich, daß deutsche Behörden nun den Status der gemeinnützigen Stiftung anzweifeln und prüfen, ob sie überhaupt befugt sind, WikiLeaks entsprechend zu helfen.
Heute, wo ich dies tippe, hält Oona auf dem 27. Chaos Computer Congress einen Vortrag, der demnächst wohl auch im Netz zu sehen sein wird: “My presentation about 17th century surveillance acoustics – see description here

5. Haiti
Vom Haiti-Kinderhilfswerk kam folgende Meldung, der hier wohl kaum eine Kirche folgen darf/wird. Aber vielleicht hast Du ja Lust, solidarisch mitzulärmen …
“Liebe alle, auf der ganzen Welt sollen am 12. Januar um 16.53 Uhr haitianischer Zeit (22.53 Uhr MEZ) im Gedenken an das Erdbeben vor Jahresfrist für 35 Sekunden – so lange hatte die Katastrophe gedauert – die Glocken geläutet werden. Haitianische Gläubige entwickelten die Idee während einiger Traumabewältigungsprojekte in den Zeltstädten und riefen die Hilfsorganisationen auf, in ihren Heimatländern dafür zu werben. Vielleicht habt Ihr Kontakt zu Kirchengemeinden und könnt die Anregung weitergeben? In Haiti wollen die Betroffenen übrigens mangels Kirchen mit Glocken in der Zeit auf Trommeln, Eimern und Töpfen Krach schlagen. Hat sicher etwas sehr Befreiendes…”

Haiti, seine Geschichte und Realität heute ist dieser Tage auch Gegenstand mehrerer TV-Sendungen:

6. Die Insel Nauru und die Chagos Inseln
Für mein Haiti-Buch bekam ich einiges Lob und einigen Dank aus Haiti bzw von Leuten, die sich mit der Insel und ihrer Geschichte und Bewohnern auskennen. Aus kommerzieller Sicht hingegen, war es bislang ein Flop.
Daß das Buch schon ca 6. Wochen nach dem Beben vom Drucker kam, lag u.a. daran, daß ich hier seit langem eine Information-Ablage zum Thema ‘Besondere, verdrängte Inseln’ pflege. Darin befinden sich auch genügend Informationen, daß ich umgehend je ein Buch über die ehemalige deutsche Kolonie, die Insel Nauru bzw. die Chagos-Inseln, inkl. Diego Garcia, schreiben könnte, die, bzw deren unglaubliche Geschichte und mißhandelten Menschen globale Aufmerksamkeit verdient hätten.
Doch leider kann ich mir solche Bücher derzeit nicht leisten.
Falls Du ein potentieller Sponsor bist oder einen kennst: laß es mich bitte wissen.

7. Nix Fluter
Für diese Tage hate sich eine Frau angemeldet, die mit mir für FLUTER, das NetzMagazin der Bundeszentrale für politische Bildung, ein Interview zu Rippchens aktuellem Werk OPERATION ERLEUCHTUNG führen wollte., was ich hier & da schon erwähnt hatte. Dann kam voller Bedauern eine kurzfristige Absage: Budget-Probleme der BpB

8. Ronald Rippchen
Statt dessen gibt es ein Heise/Telepolis/Perlentaucher Interview mit Ronald Rippchen über die ‘Operation Erleuchtung’.
Das witzige daran ist: das Interview wurde nie geführt. Ronald mag ja keine Telefon-interviews, so hat der Typ dann aus Vorwörtern & vorliegendem Rippchen-Gebrabbel dieses Teil gecuttetd&pasted & anchließend von R.R. absegnen lassen … vor einigen Monaten schon … sodaß ich jetzt beim Überfliegen selber ins Schmunzeln kam.
Das Interview gibt es hier

9. Mein kommendes Buch:
‘Historische Bruchstücke. Denk mal’ – Eine kleine Geschichte gewaltverherrlichender Krieger- und Kriegsdenkmale in den Deutschländern der vergangenen 200 Jahre und deren Alternativen – am Beispiel der Kleinstadt Weinheim
… macht Fortschritte. Während der Feiertage war ich allein daheim, quasi eingeschneit und habe die Zeit genutzt, das Buch weitgehend fertig zu schreiben. Ich warte nun nur noch auf die Beantwortung von einem Dutzend Frgen ans Stadtarchiv und den Pressesprecher der Stadt Weinheim und hoffe noch auf einen Kontakt zu jenen Menschen, die den einen Krieger des örtlichen Nazi-Denkmals vor 17 Jahren einen Kopf kürzer machten. Immerhin hat die von mir initiierte Diskussion zu einer wochenlangen Diskussion in den regionalen Medien geführt, die in einer Aussprache im Gemeinderat führte – wo eine alternative Lösung keine Mehrheit bekam, weil zwei Gemeinderäte der Grünen die Sitzung schwänzten bzw. Besseres zu tun hatten.
Ratlos bin ich noch ob des Covers. Wenn sich da jemand einmischen will: immer zu. Ein guter Zeitpunkt für entsprechende Treffen und Beredungen ist nach wie vor der Volle MOnd. Bis zum nächsten werde ich das Buch wohl inhaltlich fertig haben.

10. Glühwürmchen
Die Arbeit an dem Buch über Glühwürmchen hatte ich kurzfristig wg. der regionalen Denkmal-Diskussion unterbrochen hatte, stecke nun aber wieder mitten drin. So ist dies wohl ein letzter Aufruf, mir Wunderliches über Glühwürmchen – aus der Literatur & Wissenschaft, wie auch eigenen Begegnungen und Erlebnissen – durchzugeben.
Dieses Thema war ja durch die Begeisterung einiger Vollmond-Besucher im vergangenen Juli am Lagerfeuer angestoßen worden, als die Löhrbäscher Glühwürmchen unsere Gäste (& uns) verzauberten.
Diese süßen Gitkiller, die.

11. Löhrbäscher VollMOndDaten 2011

Mittwoch, 19.1.
Donnerstag, 17.2.
Sonnabend, 19.3.
Sonntag, 17.4.
Montag, 16.5.
Mittwoch, 15.6.
Donnerstag, 14.7.
Sonnabend, 13.8.
Sonntag, 11.9.
Dienstag, 11.10.
Donnerstag, 10.11.
Freitag, 9. 12.

(wir begehen ihn jeweils in zunehmender EndPhase, d.h. in Kalender manchmal erst am Tag drauf VOLL)

12. Jahrgangssuche
Auf meinen Aufruf im vergangenen Brösel, daß sich Menschen bestimmter Jahrgänge melden, haben sich 4 geoutet (& drei hinterher bedankt). Heißt aber auch, ich suche noch je einen Vertreter der Jahrgänge 1966, 1971, 1972 suche.

13. KOMPOST & HUMUS Haufen
Seit über einem Jahr stehen, mit einer Plane überdeckt, ca. 50 (DIN A4) Kartons mit den Vorräten an ca. 30 Jahre alten (oder gar älteren) KOMPOST & HUMUS-Magazinen vor der Alten Schmiede. Ein paar hundert Exemplare hat Synergia verteilt, das ergab mitunter ein witziges Feedback. Doch ich kann den Stapel nicht mehr sehen, im Haus ist kein Platz mehr, eine offizielle Altpapier-Entsorgung würde hier ca. 200 € kosten. What to do?

14. Jeans WeltBeats als Liquid Sound in Bad Orb.
Nadina war von der ersten Veranstaltung sehr angetan. Die nächste wird am 5. Februar folgen.
Vorgemerkt sind diese weiteren Daten, jeweils am 1. Sonnabend im Monat, like:
05.03. – 02.04. – 07.05. – 04.06. – 02.07. – 06.08. – 03.09. – 01.10. – (— 05.11. Liquid Sound Festival –) – 03.12.
Infos & Bestätigung via Jean Trouillet Essay Recordings
Jean weißt auch darauf hin, dass es das Weltbeat Buch zum Reinschnuppern “hier gibt und bei dir zum Kaufen” – und dazu weitere weltbeatige Informationen gibt es hier

Das wars Gebrösel aus dem Jahr 2010. Seit Tagen bin ich allein daheim, habe die Treppe vorm Haus nicht geräumt, sodaß es vor der Haustür absolut jungfräulich aussieht (& stampfe durch die Schneemassen ums Haus zur Küchentür … selbst die Zeigen Jehovas haben sich nicht raufgetraut. Die Autos schleichen, ich kann in Ruhe meine Arbeit machen.
Für Menschen wie mich, ohne Führerschein, ist diese flächendeckende Weiße ein Traum

pi

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