Aktuell am köcheln:  MaiVollMond Brösel // FrühlingslBrösel

RSS Feed abonnieren!

Grünkraftblog

More MedienXperimente

VorFrühlingsBrösel

Hallo again –

als die Tage die Vorfrühlingssonne strahlte, riß ich Kellertüren und -Fenster auf, damit die Spuren des Hochwassers im Versand/Lager/Keller von letzthin etwas verschwinden. So ist’s darinnen nur noch feucht, nicht mehr naß, aber doch noch recht chaotisch. Da türmen sich Bananenkisten mit Zeitschriften & Buch-Ramsch&Raris, da der Boden noch zu feucht ist.
Von einigen Titeln gibt es, mh, gefährdete Kisten, da werd ich im nächsten Brösel eine Auflistung und Sonderangebote bei Abnahme von einigen Dutzend Exemplaren machen. Und bei manchen Bestellungen muß ich mich auf eine längere Suche nach einzelnen Titeln machen
Zeit für den Frühjahresputz: das aufs/durchs Dach sprießend Efeu muß beschnitten werden, ebenso die Briommbeerbüsche am Hang – und endlich werden die Kisten mit ungelesenen HUMUS/Kompost-Präziosen den Weg des materiellen Recycling gehens.

Während sich die Knospen rundum auf ihr Aufplatzen vorbereiten, erstmals schon am Tag vor Valentin die Schneeglöckchen hinter der Schmiede blühten, gehen dieser Tage zwei neue GRÜNE ZWEIGE in Druck, die etwa Mitte März ausgeliefert werden:

1. BRUMMBAER: DIE GAMMLER.
Der Grüne Zweig 278
ISBN 978-3-930442-78-2
Brummbärs Jahr 1964 – als Pflastermaler und Langhaariger zwischen München, London & Formenterra unterwegs. Die Gammler, die den damaligen Wirtschaftswunder-Kanzler Erhardt zur Weißglut trieben verweigerten sich der Konsumeuphorie und wurden zur ersten unabhängigen Jugendkultur im Lande. Obschon es wohl kaum eintausend von ihnen gab, geilten sich die Medien an ihnen auf … bis sie dann dort von den ‘Hippies’ (= psychedelisierte Gammler) abgelöst wurden.
Brummbär entdeckte Robert Crumb für Deutschland, gründete die Zeitschrift GERMANIA, zog 1985 u.a. wg. seinen inspirierenden Freunden Timothy Leary sowie Toni & John C. Lilly nach Los Angeles und wurde dort als Brummbaer einer der Pioniere digitaler Film/Kunst.
In einem Nachwort ergänzt Werner Pieper Brummbaers Text mit mehr Infos über die damalige Gammlerszene.
ca. 200 Seiten, ca. 17€

2. Werner Pieper
Mensch, Denk Mal
Der Grüne Zweig 275

Seit 200 Jahren werden Kriegerdenkmäler gebaut; vorher galten Denkmäler nur den Herrschern. In Großstädten meist an die Perepherie verbannt, bilden sie in vielen Dörfern und Kleinstädten noch ein unübersehbares Ortszentrum. An den meisten von ihnen wird noch regelmäßig von einer kleinen radikalen Minderheit den Deutschen Helden gedacht – auch jenen, die glücklicherwise den letzten Krieg verloren haben: für die Niederlage gehört ihnen Dank. Im Falle eines Sieges sähe Europa heute eventuell noch arg braun aus.
Einen Denkmals-Boom gab es nach dem Kieg 1987/71. Kaum noch jemand weiß, worum es damals ging – und daß dies der letzte von deutschen gewonnene Krieg war. Viele Denkmäler für die Gefallenen (Arier!) des ersten Weltkrieges wurden während des 3. Reiches als Nazi-Propaganda errichtet und bis heute gehegt und gepflegt.
Ist es wirklich zeitgemäß, die gescheiterten Welteroberer zu ehren – statt positive, zukunftsgewandte Denkmäler zu bauen?
Zum besseren Verständnis handelt ein Teil des Buches ganz konkret von den zu vielen Kriegs- und Kriegerdenkmälern der schönen Kleinstadt Weinheim. Einem der drei Nazi-Krieger von 1936 wurde z.B. 1994 der Kopf abgehauen – plötzlich sah er echt aus: nicht mehr in Angriffshaltung sondern kopflos & kaputt.
Die Recherche entwickelte sich mitunter zur Kleinstadtposse: ich wollte von der Stadt wissen, ob die Belohung von 5000 DM für die Ergreifung des Köpfers noch steht und ob die Tat strafrechtlich verjährt sein. Nach wiederholten, bis heute von ihm unbeantworteten Anfragen, teilte mir der Chef des örtlichen Rechtsamtes in einer Mail (Kopien an den OB u.a. in der Verwaltung) mit, daß er davon ausgehen ‘muß’, daß ich ein Spielchen mit ihnen triebe: ich solle den Kopf endlich zurück geben. Der oberste Jurist der Stadt unterstellt mir also ohne jeglichen Hin- oder gar Beweis, ich hätte den verschwundenen Nazi-Kopf.
Ich habe ihm mitgeteilt, daß ich ihn in älteren Zeiten nun zum Duell aufgefordert hätte, aber in unsren liberaleren Zeiten überlasse ich ihm die Art seiner Entschuldigung – doch es kam keine Antwort, nur der Bürgermeister distanzierte sich von ihm ….
ISBN 978-3-930442-75-1
Ca 110 Seiten, ca. 10 €

3. Der Disput mit dem Aufbau-Verlag um die Übersetzungsrechte von meinem Twain-Buch wird dieser Tage – für mich sehr kostspielig – beendet. Bin wohl selber Schuld: sie hatten sich nach ersten Drohungen nicht mehr gemeldet, sodaß ich nach einem halben Jahr Stille nachfragte, ob sich das erledigt hätte – ich schließe halt gerne Sachen ab. Aber nicht so kostspielige.
Ursprüngliche Forderungen von Aufbau hätten die Grüne Kraft finanziell völlig entfärbt und geschwächt. So wurde ich nun notgedrungen als Nummer 13811 Mitglied in Bösenverein des dt. Buchhandels, durch deren Einwirken mich die Angelegenheit nun ca 900 € (Aufnahme, Jahresgebühr) plus etwa zwei derzeitige Monats-Umsätze (nicht Gewinne!) kosten werden. Mehr Einzelheiten auf Wunsch.
Immerhin darf ich nun die letzten 923 Exemplare des Buches ‘Mark Twain – Ein Amerikaner in heidelberg’ noch abverkaufen. Das Kapitel ‘Die schreckliche Deutsche Sprache’ liegt in Heftform nun in einer Übersetzung von mir vor.

4. Als ich noch Bücher für andere (Volksverlag, Sphinx-Verlag) übersetzte, bekam ich einmalig Honorar (meist 1 Pfg pro Anschlag). Doch seit geraumer Zeit werden Übersetzer (not me) auch bei Neuauflagen berücksichtigt. Und in Falle von toten Autoren … kann ein Verlag ganze 10% für die Übersetzung einstreichen. Hier die aktuelle Entwicklung, ein Urteil vom Januar 2011:
BGH-Urteil zu Übersetzerhonoraren: 0,8% Beteiligung am Nettoladenpreis eines Hardcovers, 0,4% am Taschenbuch, zu zahlen ab einer Schwelle von 5.000 verkauften Exemplaren – diese Beteiligungssätze hat der Bundesgerichtshof in seinem heutigen Urteil als “angemessene Vergütung” für literarische Übersetzer bestimmt. Von allen Nebenrechten und Lizenzerlösen (etwa bei Weiterverkauf eines Titels ins Taschenbuch) stehen dem Übersetzer zukünftig 50% des Nettoverlagserlöses zu.
Als ich den Justiziar des Börsenvereins fragte, ob die vom Aufbau-Vlg. geforderten 10% nicht etwas fett seien (zumal ich als Herausgeber, der fast einem Drittel des besagten Buches mit eigenen Texten bzw ©-freien Illustrationen gefüllt hat, völlig leer ausgehe, d.h. Aufbau erhält auch für diese konkreten Arbeiten von mir das Honorar), wurde ich aufgeklärt:
“Lieber Werner Pieper, so ist das eben leider immer mit Urhebervergütungen: Auch die Verlage, die in den vor kurzem vom Bundesgerichtshof entschiedenen Prozesse um die angemessene Vergütung von Übersetzern verklagt waren, sind bis heute davon überzeugt, dass ihre ursprüngliche Honorarvereinbarung üblich und redlich war. Die Richter empfanden die Vergütungen aber als unzureichend – und haben u.a. die Verkaufsbeteiligung von 10 Prozent bei Übersetzungen gemeinfreier Werke als angemessen herausgearbeitet.
Sie können ehrlich gesagt nur froh sein, dass die jahrelange Lobbyarbeit von Rechteinhabern für den Strafschadensersatz im Urheberrecht beim Gesetzgeber noch keine Früchte getragen hat. Danach müsste bei nicht im Vorhinein genehmigten Nutzungen der Urheberrechtsverletzer automatisch immer die doppelte Lizenzgebühr zahlen. Das dafür vorgetragene, überzeugende Argument – sonst gibt es ja keinen Anreiz, legal Lizenzen zu erwerben – trägt auch in Ihrem Fall.
Angesichts der Tatsache, dass sich Aufbau auch weit humorloser hätte zeigen können (Erwirken einer einstweiligen Verfügung, mit der Sie auf allen Beständen sitzen geblieben und zum Rückruf nicht verkaufter Exemplare verdonnert worden wären PLUS Geltendmachung von Schadensersatz für die verkauften Exemplare), ist der Vergleichsvorschlag schon eine passable Lösung – zumal er auch noch Ihre Liquiditätssituation berücksichtigt.”
Konkret: ich ‘darf’ diesen Betrag in Raten zahlen.

5. Am 10. 3. veranstaltet die Kulturbrücke e.V. im ICC-Pfälzer Hof, Ringmauerweg 1 in Schönau im Odenwald einen Abend mit mir. Eigentlich wollten sie eine Lesung, da ich aber nicht lese, erzähle ich halt was. Thema noch unklar; über Honorar wurde auch noch nicht geredet, wahrscheinlich mein Büchertisch-Umsatz. In einer Mail machen sie mich zum Erich Pieper – a first.

6. Mein Herz wird ewig für das alte New Orleans schlagen, wg. dem neuen bluten, siehe:
http://www.nytimes.com/2011/02/04/us/04census.html?_r=1&hp
Smaller New Orleans After Katrina, Census Shows
NEW ORLEANS — When Hurricane Katrina hit and the murky waters rushed through levee breaches, even the facts were drowned.

Oder auch: http://impact.nola.com/katrina/print.html?entry=/2011/02/drifters_find_homes_in_ruins_l.html

7. Angeregt durch H.P. Albarellis Buch ‘A terrible Mistake’ über die menschenverachtenden Einsätze psychoaktiver Substanzen durch die CIA schrieb Ronald Rippchen seine ‘Operation Erleuchtung’. In einem neuen Buch “Unzensiert 2011 – Was die Massenmedien verschweigen” tauchen Infos aus diesem Buch als allererste auf: “Dem Wahnsinn verfallen: Geheime LSD-Experimente der CIA an der französischen Bevölkerung”.
Leider ein Buch des, hm, obskuren Kopp-Verlages, aus dem man eigentlich nichts lesen möchte.

8. Schon lange träume ich davon, eine Version unserer täglichen DatenSeiten als Taschenkalender herauszugeben, eine stark erweiterte Neuauflage unseres Grünen Zweiges 51: Alle Jahre wieder. Jeder Tag wird eine feste Anzahl Jubiläen etc. aus unserer Geschichte dokumentieren, auf jeder Seite wird es aber auch Platz für eigene Geburtstags-Eintargungen etc. geben. Nun hat sich Pit De-Phazz Baumgartner als möglicher Kostenvorstrecker & CoVertreiber angeboten.
Pits neueste CD ist unter dem Namen Quicksand erschienen, heißt Economic Poetry und der erste Titel ist Albert on the bike. Beteiligt daran fünf Musiker, die schon in den 80ern auf Transmitter Cassetten zu hören waren.

9. Ich möchte wieder einmal auf Freemuse – The World Forum on Music and Censorship – aufmerksam machen:
Via www.freemuse.org kann man deren Newsletter abonnieren.
“Freemuse (FREEdom of MUSical Expression) is an international human rights organisation advocating freedom of expression for musicians and composers worldwide.
If you do not wish to receive our newsletter in the future, please send an e-mail to freemuse@freemuse.org with the word “unsubscribe” in the subject line.
This latest newsletter was sent to 2,443 subscribers worldwide
and is archived on www.freemuse.org/sw2133.asp”

10. Und noch eine unterstützenswerte Initiative, seinerzeit u.a. von Wavy Gravy gegründet, der auch heute noch präsent ist:
Dear Friend,
For over 30 years, SEVA has been dedicated to reducing suffering around the globe. This month our Sight Program received some great news from the World Health Organization that we are excited to share with you! We are grateful to your support of our work and look forward to continuing to bring good news about all of our grassroots sustainable international health programs.
Seva Foundation
Meet Namgyal: Tibet native works with Native Americans.
Having grown up as a yak herder in rural Tibet, Namgyal identifies first-hand with development realities among indigenous communities in the U.S. and around the world. Read about his unique perspective working alongside Seva’s Native American community projects in Oakland, CA, South Dakota and Alaska.
Upcoming Benefit Concert Events!
Seva Co-Founder Wavy Gravy is about to announce two exciting benefit concert events! Make sure to sign up so you’ll be the first to find out all the details.
Watch Wavy’s video! >

Wish Seva Co-Founder Ram Dass a Happy Birthday!
His book Be Here Now just celebrated its 40th Anniversary of being published, and now the man himself, Seva Co-Founder Ram Dass, is turning 80 on April 6th!

11. Wer demnächst feiern möchte, aber noch nicht weiß was: Im Herbst ist es 40 Jahre her, daß der erste Grüne Zweig erschien, die Grüne Hilfe ihre ersten Benefit-Konzerte veranstaltete und zu Weihnachten Pakete mit gespiketen Plätzchen in den Knast schickten, und sich daraus Die Grüne Kraft entwickelte.
Gerne würde ich von Menschen etwas lesen, die sich daran (bzw woran genau?) erinnern.

12. Da die Vereinskasse derzeit geplündert wird (Börsenverein, Aufbau-Verlag, Honorarzahlungen fürs 2. Halbjahr 2010, Produktions- und Druckkosten der neuen Bücher) steht die Finanzierung geplanter kommender Projekte noch nicht bzw nicht mehr. Es handelt sich u.a. um das Buch über GLÜHWÜRMCHEN, zum anderen ein umfangreicheres Werk: HAARE – nicht nur eine Hauptsache oder auch der 2. Band von Brummbaers 60er-Erzählungen. Da kann sich jede Sponsorin und jeder Sponsor austoben …

13. Im Zuge des Frühjahrsputzes & Ausmistens zog ich dieser Tage die ca. 100 Cassetten, die ich mir aufgehoben hatte, hinter einem Schrank hervor. Ich habe keinen Cassettenplayer mehr, und so sehr ich auch an so mancher dieser Tonkonserven hänge – sie wären bei Menschen mit CassettenDeck besser aufgehoben.
Thematisch umfassen diese Aufnahmen: WeltBeat (vor allem Baaba Maal), Psychedelic in Wort & Musik, 3. Reich Dokus, pi im Radio, Sandy Denny & british folkrock … Liste auf Anfrage. Es handelt sich nicht um Transmitter Cassetten. Bezahlbar jeweils nach dem ersten Anhören …

Mit auftauenden FrühlingsGrüßen (10 Wochen vor den Eisheiligen)

pi

Kommentare

Hinterlassen Sie eine Meinung:

Add your comment. Preview then Submit.


Hidden


Textile-Hilfe