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Der Grüne Zweig
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Eine Auseinandersetzung, ein Geschichts-, Geschichten- und Arbeitsbuch zum eigenverantwortlichen Abschluss eines erfüllten Lebens.

Der selbstbestimmte Tod als Höhepunkt und Vollendung? Oder das feige hinausschleichen aus der Verantwortung? Ein kurzes Ende, ein langes Leiden -? Warum überlassen und verlassen sich die meisten Menschen auf eine Institutionen, um sich aus dem Lebensspiel zu verabschieden? Eine mehrjährige Fleißarbeit zum Thema Freitod, umfassend, nüchtern und sachgerecht recherchiert, immer mit der Frage im Kopf: Wie können wir selbstbestimmt und menschlich leben und sterben?

Roger Willemsen in seinem Vorwort:
„Werner Pieper etabliert eine Idee des souveränen, das bedeutet auch des mündigen Individuums mitten auf einem Feld, wo diese Form der Selbstverantwortung durch Justiz, Vorurteil, Psychopathologisierung, Entmündigung starken Anfechtungen unterliegt. Doch erscheinen hier eigentlich Grundlinien der conditio humana. In der Idee vom selbst bestimmten Tod stellt sich nämlich die Frage der Freiheit in einem weit über den Freitod hinaus reichenden Sinn.“

Nun gab es auch eine erste Rezension des Buches, im Wiener STANDARD

Der Tod gehört nun einmal zum Leben

"Man wird länger gestorben, ohne dass man ein Wörtchen mitzureden hätte": Egal, wo man dieses wichtige Buch aufschlägt, man stößt auf Sätze, die im besten Sinn zu denken geben. Je länger wir leben bzw. am Leben erhalten werden, umso komplizierter wird unser Sterben. Es ist weggedrängt, aber es passiert trotzdem unweigerlich. Werner Pieper beschäftigt sich undogmatisch und radikal mit den kulturellen, medizinischen und praktischen Fragen nach unser aller Ende. Der Autor und Verleger, Deutschlands wahrscheinlich erster Grüner, hat immer schon die auf uns zukommenden Themen früh erspürt (www.gruene kraft.net). In dem kompakten Friede sei mit mir (& Dir) holt er weit aus. Zu den Schrecken des verwalteten Ablebens, den palliativen und Hospiz-Alternativen, den religiösen Riten, aber auch zu Formen des Freitods hat er reiches Material gefunden, in Sozialstatistiken, ethnografischen Quellen, Erlebnisprotokollen und bei Autoren von Dante bis Leary. Ein politisches Traktat nennt Roger Willemsen im Vorwort Piepers Kompendium zu Recht. Es geht um Mündigkeit im Umfeld allgemeiner Entmündigung. Es ist ein Plädoyer gegen das Geschäft mit Demenz und Tod (und für alternative Formen der Pflege und des "Übergangs"). Und es ist eine für uns noch Lebende zunehmend relevante Lektüre. Michael Freund

Bestatter Fritz Roth
hat sich über dieses Buch sehr gefreut

"Den Tod und das Leben wieder selber in die Hand zu nehmen ist ja ein Anliegen unseres Hauses [Pütz-Roth, Bestattungen und Trauerbegleitung, Bergisch Gladbach] und unserer Arbeit. Deshalb paßt Ihr Buch ganz in unsere Philosophie. Wir werden es in unsere Hausbibliothek aufnehmen, damit es allen Interessierten zugänglich ist."

Mathias Bröckers: Selber sterben statt gestorben werden
"Weißt Du warum wir Angst vorm Sterben haben ?” fragte Wolfgang Neuss in einer seiner taz-Kolumnen in den 80ern: "Weil wir nicht wissen wie es geht. Es gibt keine öffentliche, allgemein bekannte Sterbepraxis. Hätten wir öffentliche Sterbestuben, wo man Leute beim Sterben beobachten kann (so wie man jederzeit Leute beim Gebären beobachten kann) könnte man vielleicht von Sterbekultur sprechen – es herrscht hier aber die pure Sterbebarbarei und jedes Tier hat mehr Sterbekultur als wir.(…)Dabei müßte es doch selbstverständlich sein, so wie die Frau jederzeit die Hebamme ruft wenn die Wehe kommt, daß man jederzeit seinen Sterbebammel rufen kann: Kommen Sie her, ich setz mich auf’s Sofa, und jetzt lassen Sie mich sterben. Ja klar, sagt der, ich lasse sie ja, aber machen müssen sie es alleine. Ja, aber Sie sind doch der Sterbebammel ? Ich bin doch kein Hackethal, sagt der, krank sterben ist doch die alte Unsitte, ich helfe ihnen, gesund zu sterben. Das ist eine urige Angelegenheit, wie die Geburt, nur andersherum.” Den wunderbaren Text von Neuss hat Werner Pieper seinem Buch "Friede sei mir mir (& Dir)” vorausgeschickt, in dem er eigene und fremde Texte zum Thema Sterben zusammengestellt hat: "JA zum eigenen Tod – darum geht es mir in diesem Buch. Selber sterben statt gestorben werden, ohne Furcht. Das Nicht-sterben-Dürfen, wie es Ahasver, dem ruhelos umherirrenden Ewigen Juden, dem Fliegenden Holländer und dem griechischen Titanensohn Prometheus widerfährt, galt in alten Zeiten als die unmenschlichste aller Strafen. Das müssen wir nicht kopieren, nur weil es demnächst technisch machbar sein wird.” Aber wie stirbt man in Würde ? Wie kann es gelingen, den Tod als Freund zu akzeptieren, weil er nun einmal zum Leben gehört ? Warum nicht besser statt länger leben ? Wie entgeht man der Medizinierung des Todes und einem verzögerten Ende an Schläuchen und Kabeln ? Wie können wir Sterbenden helfen und wie uns selbst, wenn wir sterben wollen ? Es sind im Wortsinn existenzielle Fragen, die dieses Buch aufwirft – und gleichzeitig solche, die normalerweise ebenso verdrängt werden wie analog zu dieser gedanklichen Ausblendung das Sterben hinter die Mauern und Türen von Anstalten verbannt wird. In einer dem Grundprizip ewigen Wachstums und Konsums verpflichteten Gesellschaft ist der Tod das Un-Thema schlechthin weshalb im Rahmen des aktuellen "Wachstumsbeschleunigungsgesetzes” so etwas wie Sterben eigentlich verboten werden müßte. Es sei denn es handelt sich um "sozialverträgliches Frühableben”, wie es Ärztekammerpräsident Villmar mit dem "Unwort des Jahres” 1988 ausdrückte, als er zum Ausgleich der demographischen Schieflage insinuierte, dass die auf Kosten der Jungen lebenden Alten den Löffel doch eigentlich ein bißchen schneller abgeben sollten. Angesichts der "Angleichung der Ethik und Psychologie des Sterbens an die medizinische Technik” scheint es dem Kulturhistoriker Wolfgang Schivelbusch sogar durchaus denkbar, "dass der Appell zu süßen und eherenvollen Sterben einmal anstatt militärisch an die Jugend gerontologisch an die Alten gerichtet wird und – sofern genügend sozialer und moralischer Druck vorhanden ist – ähnlich konformistisch befolgt wird wie 1914.” Nicht nur gegen solchen, hoffentlich fernen Konformismus, plädieren die Texte dieses Buchs für ein selbstbestimmtes Sterben, für "die Idee des souveränen, das bedeutet auch des mündigen Individuums mitten auf einem Feld, wo diese Form der Selbstverantwortung durch Justiz, Vorurteil, Psychopathologisierung, Entmündigung starken Anfechtungen unterliegt. Doch erscheinen hier eigentlich Grundlinien der conditio humana. In der Idee vom selbstbestimmten Tod stellt sich nämlich die Frage der Freiheit in einem weit über den Freitod hinausreichenden Sinn.” So Roger Willemsen im Vorwort zu diesem Buch, das auch ein Kapitel zur Praxis ("Gift, Strick, Drogen, Fasten ? – Zur Qual der Wahl”) enthält, und doch mehr ist als eine jener Selbstmordfibeln, die von Zeit zu Zeit Furore machen. Es plädiert für ein bewußtes Sterben, ob auf ”natürlichem” Wege oder nicht, für die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod, und gegen die unerbetene Einmischung von Staat, Kirche und Medizin in diese elementare persönliche Angelegenheit. Die Voraussetzung für die Zurückgewinnung einer solchen Autonomie ("Mein Tod gehört mir!”) ist freilich, sich ganz persönlich mit dem eigenen Tod nicht erst dann zu beschäftigen, wenn er schon vor der Tür steht. In einem sehr elementaren Sinne gibt es deshalb für jeden Lebenden kein dringenderes, wichtigeres Thema – und in der Flut von Sach,-und Fachbüchern zu Allem und Jedem kein zeitloseres als dieser informative und anregende R.I.P.-Remix.“ Mathias Bröckers


Das Inhaltsverzeichnis:

01. Vorwort von Roger Willemsen
Anti-autoritäre Gedanken zum eigenen Tod
02. Definitionen
Dem Tod ist es gleich, wie man ihn nennt - Definitionen
03. Motive
Warum nicht besser statt länger leben?!
04. Positive Visionen
Grateful Dying - dankbar gehen
05. Überlebende/Angehörige
Der - lange - Abschied für die Familie, geliebten Menschen und Freunde
06. Sterbehilfe
Es kommt immer auf den Einzelfall an!
Zum Wandel des Begriffes ‘Euthanasie’
07. Tod & Gesellschaft
Der totale Datenverlust - Tod & Gesellschaft
08. Medizinierung
Das verzögerte Ende (& verlängerte Qual?)
09. Recht - moralisch & jurististisch
Ein weites Feld für Juristen und Moralisten
Religionen
10. Historie
Und wenn sie nicht gestorben wären, lebten sie heute noch - Zur Geschichte des Freitodes
11. Traditionell
Wie sich unsere Altvorderen verabschiedeten sowie Freitod-Traditionen
anderswo 12. andere Kulturen heute
Freitod im europäischen Hier & Heute
Von mitunter tiefschwarzen Grauzonen der Medizin
13. Praxis
Gift, Strick oder wie oder was? - Zur Qual der Wahl
14. Bestattungen
Mit dem Tod ist noch nicht alles vorbei
15. Statistik
Für den Statistiker, die Zahlen
16. Quellen, Anschriften
Ursprüngliches und Quellen zum Thema.


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