»Haïti ertrug die Sklaverei, eine Revolution, Schulden, flächendeckende Abholzung, Korruption, Ausbeutung und Gewalt«, kommentierte ein Haïti-Historiker die Lage vor dem Beben. »Nun hat’s Armut, Analphabetentum, Überbevölkerung, keine Infrastruktur, ein Umwelt-Desaster und große Regionen ohne Recht & Ordnung.«
Wir wissen wenig über jene ehemalige ‘Perle der Antillen’ und ihre Menschen, den kulturellen Reichtum, die bemerkenswerten Errungenschaften wie wirtschaftlichen / ökologischen / politischen Abgründe der vergangenen 500 Jahre.
Die Revolution von 1804 schuf den ersten selbstständigen ‘afrikanischen’ Staat und leitete das Ende der Sklaverei in den Amerikas ein. Das hat der Westen nie verziehen, Haïti verschwand vom Radar der Wahrnehmung, die reiche Geschichte dieser gebeutelten Nation wurde verdrängt.
Dieses Buch, eine Annäherung zum Gestern, dem Beben und der Zukunft des Landes, entstand aus tiefer Dankbarkeit des Autors für die Herzlichkeit der Menschen aus Haïti.
Mèsi anpil.
Erste Stimmen zum Buch:
H.C. Buch meldet sich: „Vielen Dank für das Haiti-Buch, eine gelungene Mischung aus Politik und Kultur - letztere ist das einzig rundum Positive in Haiti - mit persönlichen Reminiszenzen, Kommentaren etc. Ich komme gerade zurück aus Haiti und bin selbst traumatisiert von dem, was ich dort. Noch eine Bitte: Könnten Sir mir noch 1 oder 2 Ex. des Buches schicken? Ich habe es in Haiti Freunden geschenkt, und die waren sehr angetan davon! Viel Erfolg weiterhin.“
„Werner Pieper widmet dieses Buch den herzlichen Menschen Haitis [...] Er unterstellt berechtigt, dass wir im Allgemeinen wenig über jene ‘ehemalige Perle der Antillen und ihre Menschen, den kulturellen Reichtum, die bemerkenswerten Errungenschaften wir wirtschaftlichen, ökologischen, politischen Abgründen der vergangenen 500 Jahre’ wissen. Dass er uns dazu einen tief berührenden Einblick gibt, erfüllt uns mit Dankbarkeit und beschämt und (möglicherweise) zugleich, denn wir haben allzu oft weggeschaut ...“ Lebens/t/räume 4/2010
Eugen Pletsch setzt eine Rezension auf seine GolfgagaSeite: „Wer die verlogene Farce der Westerwellt satt hat und einen Zugang zur Menschenwelt sucht, findet in „Haiti besser verstehen“ eine Pforte zu einer anderen Wahrnehmung. Herausgegeben von Werner Piepers „Grüner Kraft“, einem der letzten Bollwerke subversiver Informationskultur jenseits globalisierter Mediengleichschaltung.“
„Momentan bin ich in Port au Prince sitze bei meinen Haitianischen Freunden auf der Terrasse und habe dein Buch soeben fertig gelesen. Ich bin nun zum siebtenmal in diesem Land und schon seit schon über 10 Jahre irgendwie mit dem Land durch verschiedenste Projekte verbunden. In diesen Jahren haben sich Freunschaften entwickelt, es ist mir wichtig die Menschen zu verstehen und ihren Alltag mitzuerleben. Nur so können wir versuchen effizient zu Helfen.
Dein Buch beschreibt die Situation sehr treffend und ich möchte dir dafür danken dass du den Haitianer in seinem Wesen und Sein in Schutz nimmst. Diesen Menschen muss endlich die Gelegenheit gegeben werden sich selbst zu helfen.
Es reicht jedoch nicht nur Schulen zu bauen Ziternen zu errichten oder Mircrocredite zu vergeben,es ist genausowichtig uns aufzuklären über die Missstände in der Welt unser Konsumverhalten zu verändern nur so kann die sogenannte Entwicklungshilfe gelingen,diese fängt bei uns an. Dein Buch ist ein wertvoller Beitrag zu dieser Idee und deswegen meinen Dank für dein Werk.“
Rob Theissen, Präsident der Vereinigung Action Avenir Haiti
Rezension im Rundbrief 33 des Haiti-Kinderhilfe e.V.; November 2010
"Ein universelles Buch
Der Name dieses Buches ist auch sein Programm. Querdenker Werner Pieper zitiert darin viele Autoren und historische Quellen, um Haiti verständlich zu machen.
Vor dem Hintergrund der Erdbebenkatastrophe und mit dem liebevollen Blick eines Reisenden, der herzlich von Haitianern aufgenommen worden war, nähert er sich Haiti an. Seiner Geschichte, seiner Kultur und nicht zuletzt seiner Bevölkerung. Er spürt der Frage nach, wie Haiti systematisch durch Politik und Wirtschaftsinteressen arm gemacht wurde. Erklärt kurz, aber nicht unzulässig verkürzt die durch die Sklaverei entstandenen afrikanischen Traditionen. Und schwelgt in der Reichhaltigkeit der haitianischen Kunst- und Musikszene.
Einstieg für Interessierte
Bei dem Buch handelt es sich um das perfekte Werk für den Einstieg ins Thema Haiti. Wer sich über die Berichterstattung nach dem Erdbeben aufgeregt hat, wird hier Antworten auf viele seiner Fragen erhalten. Wer sich wunderte, warum das Beben so entsetzliche Schäden anrichten konnte und wieso der Staat handlungsunfähig ist, bekommt ebenfalls hilfreiche Informationen an die Hand.
Wer Haiti kennt und liebt, wird von der subjektiven Art Piepers, Fakten so zusammenzustellen, dass sie vorgeschobene Argumente und nur vermeintliche Hilfen entlarven, bestätigt werden – und läuft Gefahr, sich durch zu heftiges zustimmendes Nicken beim Lesen die Halswirbelsäule zu verletzen. . .
Pieper bedankt sich im Klappentext für die Herzlichkeit der Menschen in Haiti. Ich
danke Herrn Pieper abschließend für dieses sympathisch kritische und zugleich hemmungslos einseitige Buch, das sich so wohltuend kategorisch auf die Seite der Haitianer stellt.“
Inhalt:
Vorwort (aus den Trümmern der Geschichte, 1890)6
Al Imfeld: Haïti-Skizzen 8
Reisetagebuch von Hans Christoph Buch I - der 1. Tag 12
Eine Schatztruhe des Kulturreichtums 14
Kraft für Viele:Vodou 15
Musik: I 21
Die spirituellen Rhythmen des Black Atlantic
Toto Bissainthe, Ti Coca (JJean Trouillet) 25
Diese strahlende Farbenpracht haïtianischer BildKunst 29
Vor Kolumbus 31
Ohne Zuckerbrot - aber mit Peitsche: Kolonialgeschichte,
Sklaverei und einige der Auswirkungen 35
Sklaveninsel Santo Domingo 39
Zur geografischen & politischen Teilung Hispaniolas 43
Haïti - Geschichte und Geschichten eines afrikanischen Landes 45
Die Revolution 1804 und einige ihrer Folgen 50
Von der ‘Perle der Antillen ’ zum Reparationsopfer 52
Deutsch-Haïtinanische Beziehungen - dürftig 55
US &der erzwungene ‘freie Handel ’ 59
Am Tropf der Multis:Nahrungsmittel-AAbhängigkeiten 64
Papa & Baby Doc Duvalier 65
Aristide, tricky, tricky 67
René Préval 69
UN 70
Frauen & Kinder in der Statistik 71
Die Nachbarn: die Dominikanische Republik 73
Meine Zucker-SStory, als ich in der Nachbarschaft .....75
Hilfe, Hilfe? I 79
Absurditäten: Urlaubsparadies - ‘Magic Island ’ I 81
Buchs Reisetagebuch, 6. &7. Tag 83
DAS BEBEN 86
Parallelen zu New Orleans nach Katrina 88
Hilfe, Hilfe? II 90
Kuba & China &Venezuela u.a.m. 96
Lieber Gott böse? Verschobene Kinderschicksale 99
Paranoia, Plünderungen & Korruption 101
Das Rechtssystem und das ex-Gefängnis 102
Sicherheit statt Hilfe? Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann? 105
UrlaubsParadies - not lost II 107
Musik II 109
Warum Haïti arm ist - aus karibisch-afrikanischer Sicht 111
Ein Zukunfts-Flickenteppich 114
Disaster Medien, kapitalistisch 117
Wir sollten um Haïtis deren Vergebung bitten (Naomi Klein) 119
Nachwort des Herausgebers 122
Weiterführende Quellen & Brunnen 125