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Michael Buschow
Poller-Elly und Rattenpack
Von ungewöhnlichen Menschen auf ungewöhnlichen Schiffen
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Der Grüne Zweig GZ 280 Permalink
ISBN 9783930442805
| € 11.00
| 96 Seiten, pb, mit 22 Abbildungen
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Der Titel dieses Buches nennt schon einige Akteure beim Namen. Poller-Elly, eine alternde Ham- burger Hafenhure, die noch ein kleines Glück mit Fiete, dem ehemaligen Schutenkutscher auf ihrer geerbten Barkasse Große Freiheit erleben kann und das Rattenpack, damit sind alle ge- meint, die irgendwo auf alten Schiffen, Kuttern, Rümpfen und Prähmen versuchen ihre Träume zu leben. Träume von Freiheit auf den Flüssen und Meeren, die häufig Phantasie bleiben, manchmal aber auch Wirklichkeit werden.
Der Käpt ́n der Pingo, der Jahre im Knast verbringt und von der weiten See träumt oder der prag- matische illegale Hafenmeister von Groningen, der beim Herannahen der holländischen Staats- macht sein eigenes Schiff in der Hafeneinfahrt versenkt und nicht zu vergessen eine Seefahrt auf einem Fullrigger mit Tattoo-Theo dem König der Tätowierten auf St.Pauli – das und viele andere ungewöhnliche Menschen sind das Meer-Salz dieses Buches.
Und irgendwo da hinter ́m Deich oder hinter der nächsten Flußbiegung liegt der Ozean und wenn man wollte, könnte man irgendwann einmal auf eigenem Kiel in die Karibik segeln, vielleicht ins Land der Druiden oder gar durch den Panama Kanal nach Polynesien reisen. Wenn man wollte....
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Ein Bericht der Regioanlzeitung von einer ersten Lesung dieser Texte:
Von Rumschmugglern und Exluden: Vorlesung in "De Molenkieker"
23. Dezember 2011 | Von mjs
"Von kuriosen Menschen auf kuriosen Schiffen" lautete das Motto der Lesung mit Michael Buschow (55). Er las in der Gaststätte "De Molenkieker" aus seinem Buch "Poller-Elly und Rattenpack" vor. Die Kurzgeschichten sind aus dem Leben gegriffen. Alle Hauptdarsteller hat der Autor getroffen. Keine Story ist ausgedacht.
Die meisten Geschichten handeln von Menschen, die auf ihren Schiffen wohnen. Buschow ist mit seiner Lebensgefährtin elf Jahre auf See gewesen. Nun sind sie in Glückstadt und wollen hier überwintern. Zuvor bereiste das Paar die Nord- und Ostsee sowie die Flüsse Norddeutschlands und lebten selbst auf ihrem Schiff. Wenn ihnen eine Stadt gefiel, sind sie dort für längere Zeit geblieben. Auf Reisen trafen sie auf Charaktere, die Buschow beeindruckten.
Wie zum Beispiel die Bewohner einer schwimmenden Stadt in einem niederländischen Hafen, in dem der Autor mit seinem Schiff angelegt hatte.
Behörden wollten die dort Ansässigen vertreiben, doch die ließen sich nicht unterkriegen. Wenn die Polizei einrückte, wurden die Planken, die zu den Schiffen führen, eingezogen. Als sogar ein Hubschrauber eingesetzt wurde, blockierten die Einwohner die Landeplätze.
Außerdem erzählte Buschow von Rumschmugglern, Flüchtlingen aus dem Zweiten Weltkrieg und einem deutschen Rastafari, der mit seinem Schiff nach Jamaika wollte. Der Höhepunkt für Vorleser und Publikum war die Geschichte über Tattoo Theo: einem von Kopf bis Fuß und von 250 Künstlern tätowiertem Exluden aus St. Pauli. Er war jederzeit bereit, sich komplett auszuziehen, um sich als Gesamtkunstwerk zu zeigen.
Viel Applaus und eine Zugabe: Buschows wahre Geschichten begeisterten das Publikum.
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Eine weitere Rezension von Dr. Wolf Tekook
(buch.wolftek.de/2012/poller-elly-und-rattenpack)
Poller- Elly und Rattenpack
Wenn Seeleute am Abend ihr Schiff im Hafen festgemacht haben, dann treffen sich die harten Männder – und Frauen – unter Deck, es werden Flachen mehr oder weniger hochprozentigen Inhalts aufgemacht – und dann wird eifrig Seemannsgarn gesponnen. Michael Buschow hat in seinem Buch Poller- Elly und Rattenpack – Von ungewöhnlichen Menschen auf ungewöhnlichen Schiffen in 17 kurzweilig zu lesenden Episoden die Menschen im Hafen in ihren Eigentümlichkeiten, ihrer Verschrobenheit und ihren Sehnsüchten vorgestellt. Ein Hauch Melancholie überdeckt die Geschichten von Träumern und verhinderten Weltumseglern, von gescheiterten Existenzen, Weltmeistern des Provisoriums und findigen Bastlern.
Beschrieben werden Menschen und ihre Lebensgeschichte, die stets eine starke Affinität zum Leben auf dem Wasser aufweist: Die titelgebende Poller- Elly ist eine alternde Hamburger Hafenhure, die auf der geerbten Barkasse ein spätes Glück mit einem Schutenkutscher erlebt; eine Schifferfamilie schafft es, kurz vor Kriegsende einen ganze Schleppdampfer im Uferschilf des Dortmund- Ems- Kanals zu verstecken und dort mit seiner Familie den Zusammenbruch des “großdeutschen” Reiches unbeschadet zu überleben. Eine einsamgelegene Kneipe am Küstenkanal offenbahrt ihr schlimmes Geheimnis als Treffpunkt der SS- Bewacher des Konzentrationslagers Börgermoor (dort entstand das Lied “Die Moorsoldaten”). Eine Gourmet- Ratte mit besonderem Appetit auf Weißbrot und Krabben wird ebenso verewigt wie der Muschi- Doktor, ein arrogant auftretender Hochstapler. Auch die Lebensgeschichte von Tattoo- Theo, dessen körper wirklich restlos tätowiert ist, fehlt nicht.
Es sind nicht die Siegertypen, die in Michael Buschows Buch einen Ehrenplatz erhalten; es sind die (oft gescheiterten) Visionäre, die Nonkonformisten und Tüftler, die sich abseits des mainstream ihren Platz im Leben gesucht haben. Buschow hat sie alle gemeinsam mit seiner Frau während unzähliger Fahrten mit dem eigenen Plattbodensegler auf Nord- und Ostsee, Flüssen und Kanälen getroffen. Lassen wir den Autor selbst in seiner Einleitung zu Wort kommen: “Alle diese Typen haben wir kennengelernt und wahrscheinlich gehören wir selbst dazu. Also ist dies kein Piratenroman oder mainstreamyachtstory mit ferrero rocher in der Karibik, sondern heute noch existierende Realität hinterm Watt links, wenn auch in den letzten Jahren immer weniger werdend.”
Die Geschichten sind persönlich und in lockerer Sprache mit manchen, teils deftigen verbalen Ausflügen in die maritime Welt geschrieben. Ein Glossar am Ende liefert den Landratten die Erklärungen, was beispielsweise ein “Schlitzmatrose” oder ein “Knickspanter” ist.
Fazit: Ein faszinierendes Kaleidoskop aus einer Welt, die man Dank dieses Buches vielleicht ein wenig besser verstehen lernt. Unbedingt lesenswert!
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aus einer Mail des Autors im Sommer 2012
erhielt ich kürzlich eine Email von Bord der deutschen Fregatte "Bremen"-auf Piratenjagd am Horn von Afrika ! Schreibt der Bordblogger: ...."das Buch "Poller-Elly" hat bei uns an Bord einen gewissen Kultstatus erreicht...und wandert durch die Decks".
Da schau mal an!
Ein Lotse vom Nord-Ostseekanal, der mehrere Bücher gekauft und an verschiedenen Stellen ausgelegt hatte (u.a.Lotsenmesse Brunsbüttel, an Bord Segelschulschiff "Großherzogin Elisabeth") erzählte, daß alle Exemplare geklaut und unauffindbar sind.
Glaube, ich habe schon beim letzten Mal erzählt, daß ein Ex per Segelschiff auf dem Weg zu den Kanarischen Inseln ist.
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