Dieses Buch hat zwei Vorworte und besteht aus zwei Teilen. Während
ich noch mit der Arbeit an diesem Buch beschäftigt war, wurde meinem
Verleger ein weiteres Pilzzuchtbuch angeboten. Dessen Autor hatte
zufällig genau in den Bereichen viel Erfahrung, mit denen ich mich
bisher wenig beschäftigt hatte. Kurz gesagt: wir ergänzten uns
vorzüglich. Und deshalb beschlossen wir, beide Bücher zu einem
zu vereinigen.
Dadurch kommt es an einigen Stellen zu Überschneidungen. Ja, es
mag sogar den einen oder anderen scheinbaren Widerspruch geben. Wie bei
vielen anderen Dingen auch gibt es bei der Pilzzucht nicht nur einen
möglichen Weg - mehr als eine Methode kann zum Erfolg führen.
Ein Verfahren, das bei dem einen wunderbar funktioniert, kann für
jemanden anderes in seiner speziellen häuslichen Situation
problematisch sein. Dadurch, daß dieses Buch aus zwei Büchern
besteht, werden Ihnen mehr erprobte Verfahren angeboten, und es wird
Ihnen viel mehr an Erfahrungen vermittelt, als dies jeder der Autoren
alleine hätte tun können. So wird hoffentlich jeder Leser die
Methoden finden, die seinen Verhältnissen und Neigungen am besten
entsprechen.
| 1. |
Erstes Vorwort |
8 |
| 2. |
Wissenswertes über Pilze |
10 |
| |
Pilze: Pflanzen oder Tiere? |
10 |
| |
Der eigentliche Pilz |
10 |
| |
Pilze: Nutzen und Schaden aus Sicht der Menschen |
11 |
| 3. |
Kleine Geschichte der Pilzzucht |
14 |
| 4. |
Der Lebenszyklus der Pilze |
15 |
| |
Anmerkung zur Zucht psychoaktiver Pilze |
16 |
| 5. |
Was man zur Pilzzucht braucht |
17 |
| |
Geräte |
17 |
| |
Materialien |
21 |
| 6. |
Mikroorganismen, Sterilisation und Desinfektion |
23 |
| |
Checkliste "Steriles Arbeiten in der Impfkiste" |
24 |
| 7. |
Ein Überblick: Die Pilzzucht |
25 |
| 8. |
Mycel-Anzucht auf Agar |
26 |
| |
Herstellung und Sterilisation von Agar-Nährböden |
26 |
| |
Eine wichtige Vorbemerkung zur Arbeit mit Petrischalen |
29 |
| |
Sporenkeimung |
30 |
| |
Aufbewahrung und Wachstum des Mycels |
31 |
| |
Verunreinigung der Petrischalen: Schimmel, Bakterien, Hefen |
31 |
| |
Beseitigung durch Schimmel- oder Bakterienbefall verunreinigter
Petrischalen |
32 |
| |
Vergiß es: Dikaryotes Mycel, Selektion eines reinen
Stammes |
32 |
| |
Beimpfung von Agar-Nährböden mit Mycel |
33 |
| |
Mycelgewinnung aus Pilzen (Klonen) |
36 |
| |
Mycelgewinnung aus unsterilen Kulturen oder Materialien |
38 |
| 9. |
Herstellung und Sterilisation der Getreidemischung |
39 |
| |
Beimpfen der Getreidemischung |
42 |
| |
Lagerung und Pflege der Brut |
43 |
| |
Sporenspritzen: Herstellung von Getreidebrut ohne vorherige
Agarkultur |
45 |
| 10. |
Herstellung von Deckerde |
46 |
| 11. |
Der Pilzanbau |
48 |
| |
Pilzanbau auf Getreide in Gläsern |
48 |
| |
Ein erster Überblick |
48 |
| |
Herstellung von Mycel auf Getreide |
48 |
| |
Abdecken des Mycels und Durchwachsen der Abdeckerde |
48 |
| |
Einleitung der Fruchtung |
49 |
| |
Die Pilze wachsen heran |
53 |
| |
Die Ernte der Pilze |
56 |
| |
Ruhen des Substrats |
56 |
| |
Pilzanbau auf Getreide in Schalen |
57 |
| |
Die Fruchtung wird eingeleitet |
61 |
| |
Die Pilze wachsen heran |
63 |
| |
Ernte der Pilze |
64 |
| |
Ruhen des Substrats |
64 |
| |
Pilzanbau auf Kompostsubstraten |
64 |
| |
Kompostanbau in Plastiktüten |
64 |
| |
Kompostanbau in Schalen |
66 |
| |
Pilzanbau auf holzhaltigen Substraten |
66 |
| |
1. Anbau auf Ästen und Stämmen |
66 |
| |
Das richtige Holz |
66 |
| |
Die Beimpfung |
67 |
| |
Aufbewahrung und Durchwachsen der beimpften Stämme |
67 |
| |
2. Anbau holzbewohnender Pilze auf Sägespänen |
68 |
| |
Schädlinge: Trauermücken und Milben |
69 |
| 12. |
Konservierung und Lagerung von Pilzen |
71 |
| |
Konservierung der Pilze |
|
| 13. |
Pilze und Justiz |
72 |
| |
Psychoaktive Pilze |
72 |
| |
Heilpilze |
72 |
| 14. |
Pilze als Heilmittel |
73 |
| 15. |
Charakteristik einzelner Pilzarten (I) |
76 |
| |
15.1 Coprinus comatus - Schopftintling, Spargelpilz |
76 |
| |
15.2 Flammulina velutipes - Samtfußrübling |
76 |
| |
15.3 Ganoderma lucidum - Lackporling, Reishi, Ling-Zhi |
77 |
| |
15.4 Lentinula (Lentinus) edodes - Shiitake |
78 |
| |
15.5 Pholiota nameko - Nameko, Reisstrohschüppling |
80 |
| |
15.6 Pleurotus ostreatus - Austernpilz |
80 |
| |
15.7 Psilocybe cubensis |
81 |
| |
15.8 Panaeolus cyanescens (Copelandia cyanescens) |
83 |
| |
Selbstbau einer Impfkiste |
84 |
| |
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| |
Ein paar nützliche Adressen rund um die Pilzzucht |
85 |
| |
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|
| Teil II von Sam Lanceata |
|
| |
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| 1. |
Zweites Vorwort |
89 |
| 2. |
Generelle Arbeitsweise bei der sterilen Pilzzucht |
91 |
| 3. |
Anzucht von Myzelien und Pilzen aus Sporen ohne
Stammkulturen vom Agar |
94 |
| 4. |
Die Myzelkultur auf Reis |
96 |
| 5. |
Generelle Kulturmethoden von Pilzarten, die Holzreste
bewohnen |
99 |
| |
Kultur im Mulchsack |
99 |
| |
Vorkultur der Holzbewohner auf Heimtierstreu |
100 |
| |
1. Direkte Fruktifikation |
102 |
| |
2. Startkultur für Fruktifikation auf Mulch im Freien |
102 |
| |
3. Fruktifikation auf Pferdemistkompost |
103 |
| |
4. Variante: Weiterkultivierung auf Stroh |
104 |
| 6. |
Generelle Zuchtmethode für Dung und Kompost bewohnende
Pilzarten |
107 |
| 7. |
Charakteristik einzelner Pilzarten (II) |
109 |
| |
7.1 Psilocybe cyanescens |
109 |
| |
7.2 Psilocybe azurescens |
110 |
| |
7.3 Psilocybe bohemica |
111 |
| |
7.4 Psilocybe stuntzii |
111 |
| |
7.5 Psilocybe baeocystis |
112 |
| |
7.6 Psilocybe mexicana |
112 |
| |
7.7 Psilocybe tampanensis |
113 |
| |
7.8 Psilocybe natalensis |
113 |
| |
7.9 Psilocybe caerulescens |
114 |
| |
7.10 Psilocybe aztecorum |
115 |
| |
7.11 Psilocybe weilii |
115 |
| |
7.12 Psilocybe semilanceata |
115 |
| |
7.13 Panaeolus subbalteatus |
116 |
| |
7.14 Gymnopilus purpuratus |
117 |
| 8. |
Kontaminationen studieren |
119 |
| |
Literatur
|
121
|
| |
Fehlerliste und Lösungen
|
122
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| |
Stichwortverzeichnis
|
127
|
Vor Jahren kaufte ich mir das Buch: "Psilocybin - Magic Mushrooms
Growers Guide". Voll Interesse verschlang ich diese Anleitung geradezu
und entschloß mich sofort, es doch auch einmal mit der Pilzzucht
zu versuchen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich noch nicht, daß mich
dieses Thema in den nächsten Jahren nicht mehr loslassen
würde.
Damals begannen meine Schwierigkeiten aber schon mit der Beschaffung
des Materials. Sporen oder gar Mycel auf Agar waren zu dieser Zeit so
gut wie nicht erhältlich. Und als es mir nach langem Suchen
endlich gelang, sogar lebendes Mycel des damals noch legendären
Pilzes "Psilocybe astoriensis" aufzutreiben, wähnte ich mich im
siebten mykologischen Himmel. Aber erst einmal mußte ich bittere
Medizin schlucken: In den nächsten zwei Jahren sah ich vor allem
Schimmel und Bakterien in den buntesten Farben meine Kulturen
zerstören. Doch langsam entwickelten sich meine Kenntnisse und
Fähigkeiten weiter. Eine Vielzahl kleiner Tricks und Kniffe, die
ich nach und nach herausfand, machten mir das Leben immer leichter und
ließen mich bei der Pilzzucht immer erfolgreicher werden.
Nachdem ich mit dem Anbau der Psilocybe-Arten halbwegs zurechtkam,
erwachte in mir das Interesse an der Zucht anderer Pilze. Champignons
und Austernpilze waren mir zu banal - warum soll man mühsam etwas
anbauen, was es billigst in jedem Supermarkt gibt? Da stieß ich
auf die Medizinalpilze. Medizin schmeckt oft bitter - das lernte ich
schon als Kind. Hier dagegen sollten angeblich hochwirksame Medikamente
sogar in Form von schmackhaften Speisepilzen daherkommen. Und wieder
war ich fasziniert und setzte meine Experimente fort.
Inzwischen weiß ich, nicht zuletzt durch meine
Pilzzucht-Workshops, daß nicht nur ich dieser Faszination erlegen
bin. Auch andere sind den gleichen Weg gegangen: von der Zucht der
psychoaktiven Pilze hin zu den eher exotischen Speise- und
Medizinalpilzen. Die einfache Erklärung dafür: Es gab keine
Literatur für die als Liebhaberei betriebene Pilzzucht - mit einer
Ausnahme: der Heimanbau der psychoaktiven Pilze. Sicher existieren
einige sogenannte Pilzanbaubücher. Schaut man sie einmal genau an,
dann gleichen sie sich alle in einem wesentlichen Punkt. In ihnen steht
geschrieben: "Leute, die eigentliche Pilzzucht ist für Euch viel
zu kompliziert. Geht also hin, kauft fertige Pilzbrut und beimpft damit
Baumstämme und Kompost, oder kauft Fertig-Sets und stellt sie Euch
in den Keller." Mit Pilzzucht hat das natürlich so gut wie nichts
zu tun. Wer es jetzt zu genau nimmt, der könnte sagen: auch das
vorliegende Buch beschäftigt sich nicht mit der Zucht, d.h. mit
der geschlechtlichen Vermehrung und der Auslese der Pilze mit dem Ziel,
immer leistungsfähigere Rassen zu erhalten. Dem halte ich
entgegen: alle dafür notwendigen Techniken, speziell die
Vermehrung aus Sporen, werden hier behandelt. Damit sind die
wichtigsten Grundlagen gegeben, damit Interessierte immer wieder neue
Rassen heranzüchten und weiterentwickeln können.
Zugegeben: es ist nicht ganz einfach, sich seine eigenen Pilze zu
züchten, wenn man nur Sporen, ein wenig Mycel, oder einen Pilz als
Ausgangsmaterial zur Verfügung hat. Aber ungleich interessanter
als der Kauf von Fertigpackungen ist die richtige Pilzzucht auf jeden
Fall. Langfristig billiger ist sie auf diese Weise sowieso. Und nicht
zuletzt: von den meisten prinzipiell züchtbaren Pilzarten kann man
überhaupt keine Fertigsets kaufen. Hat man endlich seine ersten
selbst angebauten Pilze vor Augen, die grundlegenden Techniken
gemeistert, dann kann das Abenteuer erst richtig losgehen: zahllose
Pilzarten warten noch auf ihre Kultivierung. Einige der gefragtesten
Pilzarten gelten (noch) als unzüchtbar: so z.B. der Steinpilz und
der Pfifferling. Die Zucht von Morcheln beherrscht auf der ganzen Welt
nur ein einziger Züchter. Wer diese Geheimnisse der Natur knackt,
der hat finanziell ausgesorgt. Während bei High-Tech-Themen eine
intensive Ausbildung und meist sehr viel Geld erforderlich ist, hat auf
diesem Gebiet noch jeder Tüftler seine Chance. Aber bevor man sich
an solche fortgeschrittenen Experimente wagt, muß man
natürlich die Grundlagen beherrschen. Und die vermittelt dieses
Buch.
Trotz mehrjähriger Beschäftigung mit der
hobbymäßigen Pilzzucht (im Gegensatz zum Erwerbsanbau mit
den dort notwendigen erheblichen Investitionen) habe ich noch lange
nicht ausgelernt. Pilze als lebende Wesen bereiten mir auch heute immer
wieder neue Überraschungen. Daher bin ich sicher, daß viele
von denen, die dieses Buch als Leitfaden verwenden, neue Techniken
entdecken und andere Erfahrungen machen werden. Ich würde das
vorliegende Buch gerne weiterentwickeln. Senden Sie mir bitte Ihre
Erfahrungen, Ihre Anregungen, Ihre Kritik. (Hysterische Kommentare
über die Tatsache, daß in diesem Buch auch psychoaktive
Pilze behandelt werden, landen allerdings kommentarlos im Papierkorb).
Brauchbare Beiträge (die über ein paar Sätze
hinausgehen) werden mit einem Freiexemplar der nächsten Auflage
belohnt. Wegen der zahlreichen Zuschriften, die mich inzwischen
erreichen, kann ich leider nicht mehr auf alle Fragen persönlich
antworten. Ich bitte dafür um Verständnis. Wenn die Fragen
von allgemeiner Bedeutung sind, werden sie in einer eventuellen
Neuauflage sicher berücksichtigt.
Ich bedanke mich bei all denen, die einen meiner Pilzzucht-Workshops
besucht haben. Es hat mir Spaß gemacht, und nicht zuletzt habe
auch ich eine Menge von Euch allen gelernt.
Besonders bedanke ich mich bei meinem Co-Autor Sam Lanceata und bei
meinem Verleger Werner Pieper für Vieles, nicht zuletzt auch
für Ihre Geduld.
Rehungen im Januar 1999
Bert Marco Schuldes.