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EigenArten der Grünen Kraft


26 Minuten in Frankfurt

Interview mit W.P. über Fundamentalopposition, Eigenarten, Werte und Projekte aus dem Jahre 2006 und dem Background von 35 Jahren Grüner Kraft.
Gemacht von psy-film.com, hosted von Google, schankedöhn beiden.


Grundlagen, Geschichten und Antriebe
dieses Medienabenteuers:

Als gelernter, ehemaliger Hotelkoch und Psychedelika-Händler durfte ich mir das Verlagsgewerbe selber beibringen. Als Quereinsteiger hat man dann naive Fragen & Antworten, Ein- & Vorstellungen, auf die ein Fachmann kaum kommt.

Ich mag schon aus rein ästhetischen Gründen keine umschlagverhunzenden BarCodes - die werden eigentlich nur für den Augenblick des Verkaufes gebraucht - dann nie wieder, aber man muss sie als Konsument mitkaufen. Und sie sind eine Beleidigung an jeden Grafiker, so lange das Buch lebt. Klingt für manche weltfremd, but ...

Bei der Gestaltung von Buchrücken scheint allen Grafikern die Fantasie auszugehen. Den Großteil unserer Bücher erkennt man in jedem Regal auf den ersten Blick: Dank der Kästchen-Rücken.

AutorInnen von GRÜNEN ZWEIGEN erhalten keine schriftlichen Verträge, aber seit vielen Jahren pünktlich ihr Honorar - und niemand hat Grund sich zu beschweren. 1992 erhielt ich von mehreren AutorInnen (via Christian Rätsch) auf der Buchmesse eine Urkunde als 'ehrlichster Verleger'. Als Dealer habe ich vor 30 Jahren gelernt, statt auf Verträge auf Vertrauen zu setzen, statt Werbung auf Mundpropaganda. Kein schlechtes Konzept, oder.

Wir überlassen (gemein!) das übliche kostenlose PartieExemplar nur Händlern (Buchhändler erwarten ein Freiexemplar, wenn sie 10 Bücher bestellen), die wissen, woher dieser ursprünglich sinnvolle Brauch rührt. Und in 20 Jahren wusste das bislang nur ein Händler (nichtmals der Börsenverein des dt. Buchhandels).

Einige Händler & MedienTempler verleugnen Kunden gegenüber unsere ReEducation-Reihe. Hierbei handelt es sich um ca. 32 Seiten starke Hefte, Pamphlete. Wo gibt es im deutschen Verlagswesen sonst heutzutage eine Publikationsmöglichkeit für einen Textumfang zwischen einem langem Zeitschriftenbeitrag (und wo findet man diese noch, seit Transatlantik nicht mehr erscheint?) und einem Buch? OK, daran lässt sich bei einem 'geradezu homöopathischen Preis von 2,50 Euro' (Entheogene Blätter)kaum etwas verdienen, aber wir erlauben uns den Luxus, Inhalte wichtig zu finden. Vor allem auch für junge Leute, die sich teure Bücher nicht leisten können. Also übernehmen wir auch den Vertrieb dieser Teile in unserm MailOrder. (Und haben von einigen Heften schon Tausende unter die Leute gebracht).

Aus meiner Verantwortung als ehemaliger Vertreiber psychoaktiver Substanzen (1969-76) habe ich damals die Grüne Hilfe gegründet, in den 80er Jahren 64 Wochen eine DrogenKolumne in der TAZ gefüllt und später die Edition RauschKunde ins Leben gerufen: Wirkliche Aufklärung für Psychonauten. Hier geht es nicht um die Verherrlichung oder Verteuflung psychoaktiver Genussmittel, sondern um ein 'Just say know'. So veranstalteten wir 1996 den 1. Internationalen Kongress über die Opfer im Drogenkrieg; in Heidelberg.

Weitere Auszeichnungen: Hanfschreiber des Jahres 1998, Leserabstimmung der Hanfpresse;  Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2001  für unsere Flashbacks-CDs; Das Buch Phyto-Inhalation wurde 2001 und 2002 als das  Buch der Cannabusiness prämiert. 2006 den Blue Bird Award des Muddy's Club, Weinheim.

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