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Heidelberger Deklaration

Wir, die Anwesenden der 1. Int. Konferenz über die Opfer im 'Krieg-den-Drogen' und andere an der Thematik Interessierte erklären hiermit unter dem Motto
     Kein Knast für Drogen:

* Religiöse, rituelle, hedonistische und medizinische Nutzung natürlicher Drogen, z.B. Cannabis, Zauberpilze, begleiten die Menschheit von Urbeginn an.
* Der Gebrauch dieser und der ihnen entsprechenden synthetischen Substanzen, z.B. LSD, MDMA, gehören nicht illegalisiert. Von dieser Regel mag es vernünftige Ausnahmen geben. Gefängnis kann dabei aber nie eine wirkliche Hilfe sein.
* Die repressive Politik der vergangenen Jahre und die von ihr erzeugten Marktmechanismen bewirken mehr individuelle und gesellschaftliche Schäden, als dies Drogen je könnten.


     Wir verurteilen
die oft brutalen und unmenschlichen Methoden, mit denen Menschen wegen Gebrauch und Handel von Drogen in Malaysia, Saudi Arabien, den USA und anderen Ländern kriminalisiert, inhaftiert und in einigen Gebieten sogar zum Tode verurteilt werden. Dies sind irrationale Akte sozialer Kontrolle ohne generalpräventive Wirkung, die Menschenrechte verletzen. Drogenprobleme lassen sich nicht strafrechtlich, sondern nur medizinisch bzw. therapeutisch lösen.
Gleiches gilt für den Gebrauch suchtbildender Drogen wie Heroin, Kokain, Amphetaminen etc.


     Wir propagieren nicht
den zügellosen Gebrauch von Drogen, weder der psychedelischen, noch der legalen oder illegalen Suchtdrogen. Wir wollen dazu beitragen, daß diese Mittel vernünftig, gesundheits- und verantwortungsbewußt genutzt werden. Die Kriminalisierung bewirkt in der Regel das Gegenteil.


     Wir bemühen uns
um Aufklärung der Öffentlichkeit, insbesonders von Jugendlichen. Wir wollen realistische und glaubwürdige, weil auf Erfahrungen und nicht auf veralteten Theorien & staatlicher Propaganda basierende, Informationen über Drogengebrauch, Wirkungen und Risiken verfügbar machen. Keiner politischen Macht steht das moralische Recht zu, Drogengebrauch pauschal zu verbieten.


     Wir befürworten
für jeden erwachsenen, kompetenten Menschen die freie Wahl der Drogen zur Erforschung eigener, nicht-alltäglicher Bewußtseinszustände.


     Wir fordern
– die umgehende Begnadigung und Rehabilitation aller wegen 'Drogenvergehen' bestraften und inhaftierten Menschen.
– nationale und internationale Abkommen, die einer Entkriminalisierung entgegenstehen, zu überdenken und neu zu formulieren.
– das Ende des Drogenkrieges.


     Wir hoffen auf Frieden.
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