Gruene Kraft
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Es begab sich am 11. März 1970, if I remember right. Ich kam gerade von einer London-Fahrt zurück, hatte ein aktuelle Bootleg-Live-LP der Stones unterm Arm und meine Beine waren zeitgemäß eng in eine 2-tone Samthose gezwängt: eine Hälfte rot, eine Hälfte blau. Beim Gehen auf Trip das Gefühl, mit vier Beinen zu laufen. In jener Zeit, als ich als Kräuter- und Acid-Händler durch einige Städte tourte, war es gut, feste Anlaufplätze zu haben. In Frankfurt war dies bei naß/kaltem Wetter Main-Radio, ein großer Elektrikladen mit LP-Abteilung und in selbiger ein Dutzend Plattenspieler mit Kopfhörern. Da gab es ab und an Verkäufer, die mich gegen ein Stück Rauchhanf den ganzen Tag unter Kopfhörern hocken ließen, mir sogar gewünschte LPs brachten ...
An diesem Tag hatte ich mit meiner Stones-LP Eindruck gemacht, sodaß ich bleiben durfte, als der Laden um 14 Uhr geschlossen wurde. Der Grund: eine Pressekonferenz der Pink Floyd, am Abend spielten sie in der Stadthalle Offenbach - an das Konzert kann ich mich jedoch nicht mehr erinnern.
Tja, Kleider machen Leute - so stand plötzlich dieser Typ mit Mikrophon vor mir und stellte mir in frankfurter US-Englisch Fragen zur Band die ich auf sauerländer englisch-Englisch beantwortete. Nein, ich widersprach nicht, als er mich mit Mr. Barrett ansprach. Woher sollte er auch wissen, daß Syd schon zwei Jahre nicht mehr in der Band spielte? The Madcup in me laughed, denn ich wollte schon immer gernefür einen Engländer gehalten werden.
Das war der witzige Part. Der wichtige für mich jedoch: diese zynische Arroganz der anwesenden Floyds. Meine Konsequenz: wenn einer meiner Psychedelika-Kunden erzählte, er würde auf LSD Pink Floyd hören (remember Umma Gumma?), verweigerte ich den Deal. Pink Floyd nicht mit meinem Acid, no way. Schließlich hat man als Dealer ja auch eine Verantwortung.
 
Jahre später. Mein Kumpel Howard Marks bereiste für ein englisches Magazin Deutschland. In seinem mit DEUTSCHMARKS überschriebenem Bericht erzählt er auch von seinem Besuch in Heidelberg, wo ich ihn wiederholt als local guide begleitete. Seinen Lesern in England stellte er mich länger vor, u.a.: "...not only that, but he was Pink Floyd’s Piper at the Gates of Dawn ...". In der Tat war ich im Frühling 1967, als die Floyds jenes Album aufnahmen in London.
Nun isses raus. Ich sollte mir diese Scheibe eventuell mal wieder anhören; denn die wahren Floyd war der kosmische Kurier Syd. Bedauerlicherweise eine durchaus gesunde Reaktion, daß er bei so einem Umfeld durchdrehte.
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